Sprichwort-Kunst im Capitol

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Gelegenheit zum ausgiebigen Betrachten, aber auch zum künstlerischen Austausch sowie interessierten Gespräch bot sich bei den 5. Dietzenbacher Kunsttagen ARTig am Wochenende.

Dietzenbach -  Strand und Meer im Bürgerhaus – das konnten die Besucher der 5. Dietzenbacher Kunsttage „ARTig“ am Wochenende erleben. Mit Gemälden wie „Der Weg zum Meer“ oder „Strandgut“ hatte Gisela Zwonar Urlaubsimpressionen festgehalten. Von Katharina Hempel

Im Kontrast zu Dünen, Muscheln, Wellen und Schilfgras in sanften Tönen standen die Werke von Corinne Freitag gegenüber: Leuchtend und bunt kurvten dort Regenbogenstreifen über eine Leinwand oder schwammen Fischsilhouetten im kühlen Blau. Insgesamt 28 Künstler haben sich an der Ausstellung im Capitol beteiligt. Ihre Formen der Darstellung reichten von Malerei und Kalligrafie bis zu Fotografie und Skulptur. Eines verbindet jedoch alle: der Bezug zu Dietzenbach. Sie alle wurden hier entweder geboren, leben oder arbeiten in der Kreisstadt.

Silvia Jaschke, bereits zum dritten Mal bei der ARTig dabei, bezeichnet sich als „waschechte Dietzenbacherin“. Ihre Inspiration findet sie derzeit allerdings in Kanada: „Das Land hat mich tief beeindruckt, und diese Eindrücke müssen noch raus“, erklärt sie ihre Motivwahl. Wie aus Eindrücken Ausdrücke wurden, zeigen ihre Exponate: Sechs indianische Motive, die aneinander gelegt einen Totempfahl bilden. Ein Jahr hat sie daran gearbeitet.

Bilder von den Kunsttagen

Künstler zeigen ihre Werke  bei der „ARTig“-Schau

Auf 70 bis 80 Stunden kam Fotograf Daniel Franzinelli, der diesmal statt Aktaufnahmen Abiturporträts ausstellte. Die Schwierigkeit dabei: die Persönlichkeit der Dietzenbacher Abiturienten in einem „20-Minuten Charakterportrait“ wiederzugeben. Schließlich sollte das Foto trotz Arbeit im Akkord – ein Jahrgang umfasst etwa 70 Schüler – „identitätsbeschreibend“ und individuell sein.

Weder zu Kamera, noch zu Pinsel und Leinwand, griff Kalligrafin Maritta Staacks. Wie aus Buchstaben, Worten und Sätzen Bilder werden, konnten die Besucher hier bestaunen. „Meine Schriftbilder sind nicht auf den ersten Blick erkennbar“, erläuterte Staacks. „Man muss rangehen, gucken und nachdenken.“ Was sich aus der Ferne wie eine wilde Mischung aus Buchstaben „las“, entpuppte sich auf den zweiten Blick als „ABC der Lieder“: Die dreidimensionalen Buchstaben waren jeweils mit dem Text eines Volksliedes beschrieben.

Veranstalter zufrieden mit den Besucherzahlen

Somit war auch das Thema der Sonderausstellung, „Sprichwörter – geflügelte Wörter“ ganz nach Staacks’ Geschmack. Hierzu trug erneut jeder Künstler mit einem Werk bei. Die Palette reichte von abstrakten Gemälden, die ein Sprichwort illustrierten, bis zur Schablone, aus denen geflügelte Worte zusammengesetzt werden konnten, von „aber bitte mit Sahne“ bis zu einem Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach: „Viele Worte sind lange zu Fuß gegangen, ehe sie geflügelte Worte wurden.“

Keine Worte fehlten den Ausstellern bei der Bewertung der Besucherresonanz. „Der große Andrang bei der Vernissage hat mich überrascht. Aber auch heute ist es sehr gut besucht“, resümierte Jaschke. Andere empfanden die Besucherzahl am Samstag Nachmittag als übersichtlich, betonten aber, dafür bleibe mehr Ruhe beim Betrachten sowie Zeit für Gespräche.

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