Stadt hat Bogen noch nicht raus

+
Tausendmal probiert, tausendmal ist nichts passiert. Doch nun hat’s doch gekracht. Schilder zeigen in der Limesstraße an, dass die Durchfahrten zwei Meter breit sind, tatsächlich sind es schwer abschätzbare 2,40 Meter.

Dietzenbach ‐ Wenn es ums Autofahren geht, hat die Steinbergerin Angelika Ostwald eigentlich den Bogen raus. Die 43-Jährige weiß auch um die Besonderheiten Dietzenbacher Verkehrsberuhigungen, kennt vor allem die Schikane in der Limesstraße, die Lkw aus dem Wohngebiet heraushält. Von Barbara Scholze und Christoph Zöllner

Seit sechs Jahren fährt sie fast täglich mit ihrem Renault Trafic von der Nibelungenstraße nach rechts in die Limesstraße. Doch nun hat’s gekracht, weil der Bogen beim Abbiegen zu eng war.

Am Donnerstagabend, kurz vor 18 Uhr, geschah das Malheur, das mehrere tausend Euro kosten könnte. Es war schon dunkel, als Angelika Ostwald die kürzlich umgestaltete Schikane ansteuerte. Sie blieb mit der rechten Seite an einem der grauen Bleche hängen, die neuerdings die grauen Betonpalisaden verstärken. Das hässliche Knirschen hat sie noch im Ohr.

Signalfarbe bei Dunkelheit besser erkennbar

Angelika Ostwald begrüßt es zwar, dass an der Astrid-Lindgren-Schule der Verkehr beruhigt wird. „Aber der Winkel zum Abbiegen ist einfach zu steil“, klagt die Mutter von fünf Kindern, die sauer auf die Stadt ist und sich unter anderem am Grau der Schikane stört: „Eine Signalfarbe wäre doch bei Dunkelheit besser erkennbar.“ Seit die Verengung von Leitplanken auf Betonpalisaden umgestellt worden ist, haben etliche Autofahrer Probleme (wir berichteten). Ostwald zufolge fahren einige Nachbarn nur noch über die Staufen- und die Römerstraße auf die Limesstraße, um dem Nadelöhr auszuweichen.

„Wir sind mit den Arbeiten noch gar nicht fertig“, sagte Gudrun Pache, Fachberweichsleiterin Stadtplanung und Bauen, im jüngsten Bauausschuss. Alle Änderungen hätten unter der großen Überschrift „Schulwegsicherung“ gestanden. „Der Übergang ist jetzt kleiner und damit für die Kinder wesentlich sicherer“, so Pache. Nach den Erfahrungen der ersten Tage habe die Verwaltung nun Verbesserungen vorgenommen.

Weißer Strich soll Weg weisen

Da die gesamte Anlage ein Stück nach vorne gerückt ist, habe es Probleme beim Einbiegen gegeben. „Daher haben wir nun einen Kreis auf die Straße gezeichnet, der den Autofahrern zeigt, wie sie fahren müssen“, teilte die Bauamtsleiterin mit. Die Bleche seien angebracht worden, „denn die Palisaden wurden leider schnell angefahren und sind gebrochen“. Ein Antrag der UDS, die Schikane zurückzubauen und die Verengung breiter zu machen, fand indes keine Zustimmung.

Den weißen Strich, der den Autofahrern den Weg weisen soll, hält Ostwald grundsätzlich für hilfreich, doch bei größeren Wagen sei ein größerer Bogen – in den Gegenverkehr hinein – erforderlich, um möglichst gerade durch die schwer einsehbare Verengung fahren zu können.

Befürchtungen, die Verkehrsberuhigungen à la Dietzenbach könnten den Rettungsdienst behindern, scheinen indes unbegründet. Das Notarztfahrzeug und sogar die beiden DRK-Rettungswagen passen problemlos durch die Verengung, berichtet Michael Tänzler, stellvertretender Rettungsdienstleiter. Die Mitarbeiter seien informiert worden. „Nur die Beschilderung hätte besser sein können“, so Tänzler.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare