Stadtbücherei Dietzenbach

„Schließen wäre ehrlicher und fairer“

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Dietzenbach - Das Drama um die geplante Kürzung der Öffnungszeiten der Stadtbücherei nimmt und nimmt kein Ende. Von Simone Weil 

Wie die monatelange Diskussion an den Nerven der Beschäftigten zehrt, machte Leiterin Bettina Kuse in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Kultur und Integration deutlich. Dort stand ein CDU-Antrag zur Abstimmung, der eine Reduzierung der Öffnungszeiten auf drei Tage inklusive Samstag vorsieht, weil im Rettungsschirmvertrag eine Einsparung von 18 000 Euro eingeplant ist.

Kuse: „Wenn Sie die Öffnungszeiten halbieren, machen Sie die Bücherei kaputt. Wenn wir nicht alles von der Schülerhilfe bis zum Bilderbuchkino anbieten, bleibt nur noch eine Gemeindebücherei übrig. Das können dann auch Ehrenamtliche machen. Schließen wäre dann ehrlicher und fairer.“ Die Büchereileiterin sagte, das Team stehe hinter ihr und sei wie sie inzwischen der Meinung, dass ein Ende mit Schrecken besser wäre als ein Schrecken ohne Ende. „Ich bin ein bisschen am Ende, Ihnen dauernd verkaufen zu müssen, dass wir gute Arbeit machen.“ 

Finanzieller Druck

Dem finanziellen Druck, dem die unter den Rettungsschirm geschlüpfte Kreisstadt nachkommen muss, steht die wichtige Bildungsarbeit der öffentlichen Einrichtung in der Altstadt gegenüber, die einen Schwerpunkt auf Sprach- und Leseförderung legt. Die Bibliothek ist bislang halbtags geöffnet an drei Tagen zwischen 10 und 13 Uhr sowie an weiteren drei Tagen von 14 bis 19 Uhr.

In ihrem Antrag schlägt die CDU vor, die wöchentliche Öffnungszeit auf insgesamt drei Tage zu beschränken, den Samstag als stärksten Ausleihtag aber zu erhalten. „Die CDU stellt nicht in Abrede, dass dort eine gute Arbeit gemacht wird“, sagte Guido Kaupat. Sein Kompromissvorschlag sah vier Tage vor. Andrea Wacker-Hempel (GDL) appellierte – erfolglos – an die Christdemokraten, das wichtige Bildungsangebot doch erhalten zu wollen. „Da sparen wir nichts ein, wir müssten Sparmaßnahmen im Bürgerhaus treffen.“

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Zuvor hatte Kuse erläutert, dass von den Gesamtkosten von 186.000 Euro immerhin 148.000 Euro auf Personalkosten für vier Teilzeitstellen entfielen, die nicht zu reduzieren seien. Wie Personalratsvorsitzender Michael Liebig erklärte, sind die drei geringfügig Beschäftigten, die für den Samstagsbetrieb der Einrichtung eingestellt worden waren, entgegen anders lautenden Behauptungen noch nicht versetzt worden. Sonst wäre die Öffnung am Samstag gefährdet. Denn die im Jahr 2005 geschlossene Dienstvereinbarung sieht vor, dass samstags jeweils eine hauptberufliche Büchereimitarbeiterin und zwei Aushilfen arbeiten. Über den CDU-Antrag wurde nicht abgestimmt. Kaupat sagte, er wolle das Vorhaben jetzt als Haushaltsantrag ins Verfahren einbringen.

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