Junge Union aus Dietzenbach und Heusenstamm kritisiert die Verlässlichkeit

Ständig Verspätungen: Ärger um S2

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Die Verspätungen und Ausfälle der S-Bahnlinie 2 sorgen bei Pendlern nach wie vor für Unmut.

Dietzenbach/Heusenstamm - Die Jugendorganisationen der Dietzenbacher und Heusenstammer CDU wollen sich für eine pünktliche S2 einsetzen. Der RMV verspricht indes zumindest Verbesserungen bei der Kundeninformation. Von Christian Wachter und Claudia Bechthold

Wer auf die S2 angewiesen ist, hat nicht selten mit Verspätungen zu kämpfen. Für die Junge Union (JU) Heusenstamm und die Junge Union Dietzenbach ein fast zum Alltag gewordenes Problem: „Verspätungen sind an der Tagesordnung und Komplettausfälle ohne Ersatzverkehr sind auch keine Seltenheit.“ Und dies trotz regelmäßig stattfindender Reparaturen oder Bauarbeiten in den Sommermonaten, die den Bahnverkehr ebenfalls lahmlegen, schreibt die JU.

Für die Jugendorganisationen sind die Verspätungen gerade im Vergleich zu anderen Linien auffällig. „Eine bedenkliche Spitzenreiterstellung, die der S2 einen fragwürdigen Ruhm beschert, auch ist es längst keine Ausnahme mehr, dass die Station Offenbach-Ost als Endstation verkündet wird.“

Bestätigt werden solche Eindrücke zum Beispiel vom Heusenstammer Andreas Gutjahr, der jeden Tag S-Bahn fährt. Da werde „immer wieder gern mal so einfach“ ein Zug gestrichen, sagt er, der sich regelmäßig beim RMV via Facebook beschwert. Einmal sogar habe er eine Stunde in Offenbach-Ost auf dem Bahnsteig gestanden, bis endlich eine Bahn kam. Zu spät seien viele Züge, fügt er noch an, und ärgert sich am meisten darüber, dass Bahn und RMV sich die Schuld gegenseitig zuschieben.

Weil der RMV keinen Handlungsbedarf sehe, hat die Junge Union sich entschlossen, etwas zu unternehmen. So haben sich Vertreter aus den beiden Stadtverbänden getroffen, um sich einen Überblick zu verschaffen und weitere Schritte zu besprechen.

Nun wollen sie an die Verantwortlichen herantreten, um diesen die Dringlichkeit bewusst zu machen und gemeinsam einen möglichen Lösungsweg zu erarbeiten. Die jungen Christdemokraten fragen sich: „Gelten Heusenstamm und Dietzenbach etwa als ungeliebtes Ende einer Linie, weil sie es nicht wert sind, pünktlich oder überhaupt angefahren zu werden?“

So schätzt die Deutsche Bahn die Situation natürlich nicht ein. Meistens handle es sich nicht um Verspätungen, sondern „um Verzögerungen im Betriebsablauf“, argumentiert ein Sprecher. Diese wiederum beträfen nicht nur die S2, sondern auch die anderen Linien. Weil alleine vier S-Bahnen durch Offenbach fahren und eben alle Bahnen auf den Tunnel in Frankfurt zusteuern, „kommt es oft zu einem Stolpern, wie wir Bahner sagen“. Auch würde es manchmal keinen Sinn haben, eine Bahn durchfahren zu lassen, wenn die nächste ohnehin gleich führe, weshalb man die Fahrt dann eben beispielsweise an der Station Offenbach-Ost enden ließe.

Sven Hirschler, Pressesprecher beim RMV, gesteht wiederum ein, „dass wir bei den Linien S2, S8 und S9 am meisten mit der Pünktlichkeit zu kämpfen haben“. So lag die Pünktlichkeit der S2 zuletzt – einen Puffer von sechs Minuten eingerechnet – zwischen 70 und 92 Prozent. Gerade in den letzten Wochen ließen sich allerdings keine großen Ursachen ausmachen. Mit beispielsweise Signal- und Zugstörungen handle es sich eher um ein vielfältiges Problembündel. Wie der Bahnsprecher sieht auch er Ursachen in der engen Taktung und dem Frankfurter Tunnel. Beide bauen darauf, dass infrastrukturelle Veränderungen – die geplante nordmainische S-Bahn etwa – Verbesserungen bringen sollen.

Ein weiteres Problem, so Hirschler, sei, dass die S-Bahn in der Region nur in 50 Prozent der Fälle auf eigenen Gleisen fahre und sich häufig etwa Güterzügen unterordnen müsse. „Die Infrastruktur können wie aber nicht ändern, im Gegensatz zur Fahrgastinformation, die nicht so läuft, wie wir uns das wünschen.“ So sollen in absehbarer Zeit zum Beispiel die Informationen auf den Displays in den Bahnen aktueller sein und mögliche Alternativen bei Verspätungen und Ausfällen anzeigen.

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