Standort steht zur Debatte

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War einst Drissler, ist heute Igepa: Das Papierlager im Gewerbegebiet Nord platzt aus allen Nähten.

Dietzenbach ‐ Noch ist keine Entscheidung gefallen, so oder so aber wird sie sich wohl auf Dietzenbach auswirken: Die Igepa Papiergroßhandels GmbH, zu der das ehemalige Drissler-Werk in der Von-Hevesy-Straße gehört, will ein neues Logistiklager mit dazugehörigen Büroräumen errichten. Von Fabian El Cheikh

Wie Bernd-Dieter Pfeuffer von der Igepa-Marketingabteilung auf Anfrage mitteilte, sucht das Unternehmen ein 40 000 bis 50.000 Quadratmeter großes Grundstück „im Großraum Dietzenbach“. Sowohl in der Kreisstadt als auch außerhalb. Die Stadt habe dem Unternehmen, so Bürgermeister Jürgen Rogg, bereits mehrere freie Grundstücke angeboten, noch sei alles offen.

Für die derzeit rund 160 Angestellten und Mitarbeiter in Dietzenbach ist bislang unklar, ob die Neubaupläne des Unternehmens Konsequenzen auch für ihre Arbeitsplätze vor Ort haben werden, etwa für den Fall, dass das neue Lager in einer anderen Stadt entstehen wird. Auch die städtische Wirtschaftsförderung kann diese Sorgen im Moment nicht zerstreuen: Ein Wegzug aus Dietzenbach sei denkbar, für Bürgermeister Rogg allerdings der „worst case“, also die schlimmste vorstellbare Entwicklung.

Wie seinerzeit berichtet, hat Igepa – eine der führenden Papiergroßhandelsgruppen in Europa mit Sitz in Hamburg – die traditionsreiche Firma Drissler im April 2009 übernommen. Drissler selbst war 1924 von Hans und Margret Drissler als „Japanpapier Importgesellschaft Drissler & Co“ (Japico Drissler) in Frankfurt gegründet worden, später nach Dietzenbach gezogen und hatte Ende der 80er Jahre Niederlassungen in Mannheim und Kassel eröffnet. Jährlich setzen die drei Standorte 130.000 Tonnen Papier, Karton und weitere Bedruckmaterialien ab.

Der letzte Gesellschafter aus der Familie war Günter Drissler, der sich wie sein Sohn Sascha Drissler 2009 aus der Firma zurückzog. Der damalige Familienbetrieb hatte sich unter anderem für sein Engagement in der Ausbildung junger Leute bundesweit einen Namen gemacht.

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