Basketballer stecken in der Saisonvorbereitung

Steinberg Devils: Schwitzen für den Erfolg

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Heiß her geht es beim Spiel Angriff gegen Verteidigung.

Dietzenbach - Ende Juni dieses Jahres haben die Basketballer der SC Steinberg Devils den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft. Momentan stecken sie mitten in der Saisonvorbereitung und kommen dabei mächtig ins Schwitzen. Von Patrick Eickhoff

20.15 Uhr – ein gellender Pfiff hallt durch die Turnhalle der Heinrich-Mann-Schule (HMS). In der Mitte steht Basketball-Trainer Marcus Aquilla. Seine Spieler kommen zusammen und er erklärt, was auf der Tagesordnung steht. „Wir machen uns erst mal ordentlich warm, danach gehen wir ins Ballhandling, zwei gegen zwei und zum Abschluss üben wir Systeme.“ Die Spieler formen einen Kreis. „Hard Work“ – harte Arbeit motivieren sie sich vor den Einheiten.

Die Basketballer der Steinberg Devils befinden sich mitten in der Vorbereitung auf die neue Runde. In der vergangenen Saison schafften sie den Aufstieg in die Bezirksliga. Um in der neuen Liga gleich eine ordentliche Rolle zu spielen, trainieren die jungen Männer seit knapp einem Monat zweimal wöchentlich in der HMS. „Bei einem Training davon arbeiten wir jedoch ausschließlich im athletischen Bereich – sprich an der Koordination und Kondition“, erklärt Aquilla.

Doch auch an diesem Abend ist sehr viel Tempo dabei, als die Spieler beim Warmmachen quer durch die Halle laufen. „Und jetzt alle kurz was trinken und dann geht’s weiter“, ruft der Trainer seinen Schützlingen zu, die bereits ordentlich durchgeschwitzt sind. Mit den Händen an der Hüfte steht der 46-Jährige in der Mitte der Halle und beäugt seine Spieler. Dann pfeift er. „Stopp – hier muss eine Tempoverschärfung rein, im Spiel sind da Gegenspieler und keine Hütchen.“ Und dann geht’s auch schon weiter.

Dass die Intensität so hoch ist, liegt am Spielstil, den der 46-Jährige am liebsten umsetzen lässt. „Ich presse gerne, und das schon in der gegnerischen Hälfte.“ Das bedeutet viel Laufarbeit für alle Mannschaftsteile. „Und das muss natürlich dementsprechend trainiert werden.“ Am heutigen Abend haben sich 13 Spieler eingefunden – ein paar sind verletzt, andere teilweise auf Klassenfahrt. „Wir haben einen bunten Mix und machen das alle nebenbei, das darf man nicht vergessen“, zeigt der Coach Verständnis.

Die Spieler, die bereits bei der nächsten Übung angelangt sind, bekommen wenig Zeit zum Durchschnaufen und spielen momentan Zwei gegen Zwei, während der Trainer an der Seitenlinie klare Kommandos gibt. Von „schneller umschalten“ bis „sehr stark gespielt“ ist alles dabei.

Neben ihm an der Seitenlinie steht der Abteilungsleiter der Basketballabteilung, Nikola Radenkovic. Der 29-Jährige laboriert derzeit noch an einem Kreuzbandriss. „Er ist normalerweise so etwas wie mein Go-to-Guy – also ein sehr wichtiger Spieler“, betont der Trainer. „Leider kann ich erst frühestens 2018 wieder mitspielen“, bedauert der noch junge Abteilungsleiter sein Verletzungspech. „Aber gesund werden ist wichtiger.“

Und wieder ertönt ein Pfiff in der Halle. Aquilla schreitet zu Dominik Pellmann und Neuzugang Jonathan Green. „Ihr müsst aufpassen, dass anständig rotiert wird“, erklärt er den beiden. Mit einem Pfiff wird das Spiel fortgesetzt.

Die internationalen Stars der Basketball-EM

In der Trainingsgruppe sind auch die beiden Söhne des Halb-Amerikaners Jermaine und Kevin Aquilla. Kevin hat vergangene Saison noch in der Zweiten Bundesliga bei den Fraport Skyliners Juniors gespielt. „Man merkt dann einfach, dass er sich in gewissen Situationen cleverer verhält“, betont Aquilla. Doch einen Vater-Sohn-Bonus gibt es nicht. Auch seine beiden Schützlinge weist er immer wieder auf Fehler hin.

Danach nimmt sich der Trainer einen Moment für einen Teil des Teams. Auf einer kleinen Tafel zeichnet er immer wieder Spielsysteme und Rotationen auf. Diese sollen bei der nächsten Station umgesetzt werden. Die Übung beginnt und wird kurze Zeit später durch einen Ruf des Trainers unterbrochen. „Welches System spielen wir? – deutlichere Ansagen, damit es alle mitbekommen.“ Sein Guard Matej Arlovic, der im Angriff den Ball vorträgt, nickt und dirigiert in den folgenden Minuten das Spiel noch lauter. „Heute sind auch Spieler der zweiten Mannschaft dabei, die in diesem Jahr erstmals antritt, die brauchen etwas mehr Unterstützung“, erklärt der Trainer sein Eingreifen.

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Im Abschlussspiel kommt’s zur kurzen Schrecksekunde nach einem Zusammenprall zweier Spieler. Das ist der Moment, an dem Burak Erdogan, der meistens das Konditionstraining leitet, einschreitet. „Er hat vor Kurzem seine therapeutische Ausbildung abgeschlossen, kennt viele hier privat – da bietet es sich an, ihn hier dazu zu holen“, sagt Radenkovic. Der Physiotherapeut gibt kurze Zeit später Entwarnung. „Alles halb so wild.“

Mit Blick auf die neue Saison formulieren Leiter und Trainer unabhängig voneinander das gleiche Ziel. „Das obere Tabellendrittel ist auf jeden Fall drin.“ Doch damit soll in den kommenden Jahren noch längst nicht Schluss sein. „Wir haben so viel Talent im Kader – ein bis zwei Aufstiege sind noch drin“, betont Aquilla. Denn einen Vorteil – trotz der großen Konkurrenz im Jugendbereich aus Langen, Frankfurt und Offenbach – kennt der Trainer: „Die Jungs fühlen sich hier einfach heimisch und sind eine richtig gute Einheit.“ Mit einem abschließenden Pfiff beendet Aquilla letztlich das Training.

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