Corona-Pandemie

Streit um PCR-Tests: Familie fühlt sich von Testzentrum in die Irre geführt

Eine Dietzenbacherin liegt im Streit mit der Betreiberfirma des Dietzenbacher Testzentrum, InVitaGo GmbH.
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Eine Dietzenbacherin liegt im Streit mit der Betreiberfirma des Dietzenbacher Testzentrum, InVitaGo GmbH.

Eine Familie lässt sich in einem Testzentrum in Dietzenbach auf Corona testen. Dann kommt eine Rechnung über 280 Euro. Dabei wollte die Familie nur einen kostenlosen Schnelltest.

Dietzenbach – Die Pandemie bestimmt bereits ein Jahr lang das Leben in Deutschland, als sich die Dietzenbacherin Michaela Heather, ihr Mann Jamie Heather und deren gemeinsamer Sohn zum ersten Mal wegen eines Besuchs auf Corona testen lassen wollen. Vorher, so sagt Michaela Heather, habe sie sich noch nicht mit den Testabläufen und verschiedenen Möglichkeiten der Testungen beschäftigt, allerdings wusste sie, dass nun kostenlose Bürgertests angeboten werden.

Sie behauptet, die Mitarbeiter des Dietzenbacher Testzentrums am Waldschwimmbad hätten dann PCR-Tests gemacht, obwohl sie kostenlose Schnelltests habe machen wollen. Nun liegt sie im Streit mit der Betreiberfirma InVitaGo GmbH.

Dietzenbach: Streit mit Betreiberfirma von Corona-Testzentrum – Familie wollte kostenlosen Bürgertest

Die Geschichte beginnt Ende März, als Familie Heather die ersten Male den Anspruch auf den wöchentlichen kostenlosen Test wahrnehmen möchte und zu diesem Zweck in das Dietzenbacher Testzentrum am Waldschwimmbad fährt. Michaela Heather betont, sie habe dem Personal gesagt, sie wolle einen kostenlosen Bürgertest.

Die Abstriche für den Test nehmen die Mitarbeiter dann laut der Darstellung der Dietzenbacherin im Rachenraum. 24 Stunden später erhält die Familie das negative Testergebnis. Auch eine Woche danach sei der Besuch im Testzentrum ähnlich verlaufen. Erst in der dritten Woche habe eine Mitarbeiterin von Invitago ihr gesagt, dass die Antigen-Schnelltests immer in der Nase genommen werden und die PCR-Tests im Rachenbereich. „Ich kannte den Unterschied nicht und bin davon ausgegangen, dass ich einen kostenlosen Test mache“, versichert die Mutter. Wenige Wochen später habe sie dann eine Rechnung über rund 280 Euro für die PCR-Tests erhalten.

Dietzenbach: Ärger wegen PCR-Test – Keinem Ergebnis durch klärendes Gespräch

Daraufhin legt sie per Mail Widerspruch dagegen ein, den sie damit begründet, dass sie nicht die PCR-Tests machen wollte, sondern lediglich die Antigen-Schnelltest. Eine Antwort habe sie nicht erhalten, stattdessen habe sie mittlerweile eine Mahnung bekommen, da sie sich weigerte, die Rechnung zu bezahlen.

Der Versuch eines klärenden Gesprächs zwischen den beiden Konflikt-Parteien hat zu keinem Ergebnis geführt. Auf Anfrage unserer Redaktion verweigert InVitaGo-Geschäftsführer Christian Howaldt ausdrücklich eine Stellungnahme zu dem Fall.

Michaela Heather ist indessen nun sogar gewillt, auch bis vor Gericht zu ziehen. „Wir hatten schon Kontakt zu unserem Anwalt und er ist der Meinung, dass wir ganz gute Chancen haben.“ (Lukas Reus)

Infos

Seit dem 9. März haben Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf einen kostenlosen sogenannten PoC-Antigen-Test pro Woche, die Kosten trägt der Bund. Das Testzentrum des Kreises Offenbach betreibt die Firma InVitaGo auf dem Parkplatz des Waldschwimmbads seit Dezember vergangenen Jahres. Wer sich über die Homepage für einen Test anmelden möchte, kann dort lesen, dass es den kostenlosen Bürgertest gibt, ein PCR-Test 69,50 Euro kostet und für einen Antigen-Schnelltest als Reisedokument 34,50 Euro zu bezahlen sind. Welche Abstriche bei den einzelnen Angeboten gemacht werden, geht aus den Infos auf der Seite nicht hervor. Auf der Homepage des Kreises, die auf die Anmeldungsseite des Anbieters verlinkt, heißt es, dass für einen PCR-Test mit einem „langen Wattestäbchen Material aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum“ entnommen wird. Im Gegensatz dazu werde die Abstrichprobe für den Antigen-Test über die Nase genommen. (nb)

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