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Superman, Spiderman und Hitler: Impfpässe teils „stümperhaft“ gefälscht

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Von: Niels Britsch

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Impfpass
Ohne Impfnachweis können Kunden derzeit bei bestimmten Einzelhändlern nicht einkaufen gehen. © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/ZB

In Dietzenbach (Kreis Offenbach) sind nur wenige Läden von der 2G-Regel betroffen. Kontrollen brachten aber unter anderem „stümperhaft“ gefälschte Impfausweise ans Licht.

Dietzenbach – Seit dem 5. Dezember müssen Einzelhändler, deren Waren nicht zur Grundversorgung gehören, bei ihren Kunden überprüfen, ob diese geimpft oder genesen sind. Ungeimpfte haben keinen Zutritt. Das Ordnungsamt kontrolliert in Dietzenbach, ob die Gewerbetreibenden in ihren Betrieben die 2G-Pflicht auch durchsetzen.

„Wir haben kaum Verstöße feststellen können bisher“, bilanziert Markus Hockling, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung in Dietzenbach. Dennoch erreichen unsere Redaktion immer wieder Hinweise auf Verstöße gegen die Corona-Regeln, sei es die fehlende Durchsetzung von 2G im Einzelhandel oder die Vernachlässigung der Maskenpflicht bei einer Verkäuferin in einem Freiluft-Imbiss.

2G in Dietzenbach: Impfpässe werden gewissenhaft kontrolliert

„Ich bin schockiert und entsetzt über die Ignoranz des Unternehmens im Umgang mit den aktuellen Corona-Auflagen“, beschwerte sich zum Beispiel anfangs der Woche eine Leserin über die Dietzenbacher Filiale einer Handelskette. In Offenbach waren Geschäfte des gleichen Anbieters bereits in die Schlagzeilen und ins Visier der Ordnungshüter geraten, weil dort die 2G-Regel nicht durchgesetzt worden war. Anders in Dietzenbach: Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es von der Stadt, bei Kontrollen in dem Geschäft seien keinerlei Ordnungswidrigkeiten festgestellt worden. Auch eine Stichprobe unserer Redaktion zeigt: Mitarbeiterinnen kontrollieren Impfstatus sowie Ausweis ihrer Kunden gewissenhaft. Allerdings berichtet Hockling, dass der Ladenbetreiber zunächst versucht habe, die 2G-Regel zu umgehen, indem er behauptete, er habe mehr als sechs Prozent Lebensmittel in seinem Sortiment. „Dem haben wir schnell einen Riegel vorgeschoben.“

Insgesamt gebe es in Dietzenbach nicht viele Läden, für die eine entsprechende 2G-Regelung gilt und die überprüft werden müssten, so der Chef des Dietzenbacher Ordnungsamts. In Kosmetik- und Friseursalons habe man anfangs noch gelegentlich Verstöße gegen die FFP2-Maskenpflicht festgestellt, „aber in letzter Zeit kaum mehr“. Auch die Betreiberin eines Kiosks hatte zunächst die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes vernachlässigt, nach einigen Kontrollen hielt aber auch sie sich daran. „Bei einem Verstoß überprüfen wir das entsprechende Geschäft erst einmal häufiger“, beschreibt Hockling das Vorgehen der Ordnungshüter.

Auf gefälschten Impfpässen standen Namen wie Superman

Er erzählt, dass das Sicherheitspersonal eines großen Einkaufsmarktes einige Heranwachsende kontrollierte und dabei „stümperhaft“ gefälschte Impfzertifikate entdeckte. „Da war als Name dann Superman, Spiderman oder sogar Adolf Hitler hinterlegt.“ Als Mitarbeiter des Ordnungsamtes sich daraufhin in zivil vor dem Laden postierten, habe die Gruppe den Markt gemieden.

Befürchtungen, dass wegen der vielen Corona-Kontrollen andere Aufgaben der Stadtpolizei vernachlässigt würden, kann Hockling entkräften: „Wir haben einen Kollegen, der ist ausschließlich für die Parküberwachung da.“ Und auch Geschwindigkeitskontrollen fänden nach wie vor statt: „Wir decken das weiterhin ab, da wir in Dietzenbach auch viele Autofahrer haben, die sportlich unterwegs sind.“ (Niels Britsch)

Während in Dietzenbach kaum Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen entdeckt werden, ermittelt die Polizei in Offenbach in hunderten Fällen von Impfpass-Fälschungen. Betrüger kaufen sich häufig Blanko-Ausweise im Internet und bekleben diese selbst.

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