Die Welle kann endlich anrollen

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Tegut und Lidl: Spatenstich für das letzte große Millionen-Projekt im Stadtzentrum

Dietzenbach ‐ Es ist ein Einkaufszentrum. Die Geburt war schwer, zweifellos. „Aber das sind dann oft die schönsten Kinder“, witzelte Albert ten Brinke, Geschäftsführer der gleichnamigen niederländischen Baufirma, über seinen neuesten Spross im Dietzenbacher Stadtzentrum. Von Christoph Zöllner und Fabian El Cheikh

Ein Kind, für das aber noch ein Name gesucht wird. „Hier entsteht das Einkaufszentrum Masayaplatz“, steht auf dem Bauschild. Es ist nur der Arbeitstitel. Gestern war der offizielle Spatenstich für das 10-Millionen-Euro-Projekt, das die Märkte Tegut und Lidl sowie eine dm-Drogerie und eine easy-Apotheke auf Baufeld C zwischen dem Kreishaus und der S-Bahn-Station Mitte ansiedelt. „Damit wird gleichsam der Schlussstein für das Stadtzentrum gesetzt“, sagte Bürgermeister Jürgen Rogg.

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Was vor annähernd vier Jahrzehnten mitten auf der grünen Wiese zwischen Dietzenbach und Steinberg begann, finde hier endlich seine Vollendung. „Wir werden endlich ein urbanes und multifunktionales Stadtzentrum haben, das in Städten vergleichbarer Größenordnung sicher seinesgleichen sucht“, so Rogg, der die S-Bahn-Station und die Mobilitätszentrale, das Kreishaus, die zwei Einkaufszentren, das bald sanierte Rathaus, das Bürgerhaus, den Hessentagspark, die Grünachse und den Europaplatz aufzählte: „Und das alles fußläufig erreichbar.“

„Problem war die Wirtschaftlichkeit“

Unter dem Motto „Der lange Atem wird belohnt“ bedankte sich Rogg beim ehemaligen städtischen Fachbereichsleiter Wolfgang Weigl, der bei der Entwicklung des Stadtzentrums „die Zähigkeit eines Marathonläufers, gepaart mit dem Fingerspitzengefühl eines Diplomaten“ an den Tag gelegt habe, und beim ehemaligen Bürgermeister Stephan Gieseler, „der ebenfalls beharrlich dieses Projekt vorangetrieben hat“.

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Chronik des Baufelds C

Gleiches gilt freilich für den niederländischen Investor, der bereits das Rathaus-Center gebaut hatte. Lange waren er und die Lokalpolitik darüber uneins, ob das vier Millionen Euro teure Baugrundstück von ihm gekauft oder gepachtet werden soll. Da sich das Stadtparlament trotz ausgehandelter 4,2 Prozent Zinsen weigerte, Erbpacht zu akzeptieren, galt das Vorhaben bereits als geplatzt.

„Das Problem war die Wirtschaftlichkeit“, sagte Albert ten Brinke gestern in der Rückschau. Erst das verbesserte wirtschaftliche Umfeld und der Verzicht von Tegut auf einen Teil der Verkaufsfläche zugunsten einer easy-Apotheke hätten wieder die Möglichkeit eröffnet, das Grundstück zu kaufen. Der Anbieter easy-Apotheke ist der erste Betreiber von Discount-Apotheken auf dem deutschen Markt (derzeit 60 Filialen) und einer der führenden Versandanbieter von Medikamenten.

Daten und Fakten:

Das Grundstück (Baufeld C) zwischen dem Kreishaus und der S-Bahn-Station Mitte zählt 14 667 Quadratmeter. Die Größe der Verkaufsflächen beträgt insgesamt rund 4000 Quadratmeter. Davon entfallen auf Tegut als größtem Markt etwa 2000 Quadratmeter – plus Marktcafé – und den Discounter Lidl 1080 Quadratmeter.

Hinzu kommen eine dm-Drogerie (600 Quadratmeter) und eine easy-Apotheke (250 Quadratmeter). Geplant sind 225 gebührenfreie Parkplätze. Das Einkaufszentrum am Masayaplatz soll bereits im September öffnen. Investor Ten Brinke gibt mehr als zehn Millionen für das Projekt aus, zu dem auch der Ausbau des Theodor-Heuss-Rings am Kreishaus und der Bau eines Kreisels gehören, um den zusätzlichen Verkehr abwickeln zu können.

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