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Städtepartnerschaft mit Neuhaus am Rennweg soll wieder vertieft werden

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Von: Niels Britsch

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Die nächstgelegene Dietzenbacher Partnerstadt ist Neuhaus am Rennsteig.
Die nächstgelegene Dietzenbacher Partnerstadt ist Neuhaus am Rennsteig. © Stadt Dietzenbach

Die Dietzenbacher Städtepartnerschaften beschäftigen weiterhin zahlreiche Menschen in der Kreisstadt. Wie berichtet, hatte es zuletzt Diskussionen über die Errichtung eines Wappens der chinesischen Partnerstadt Kunming am Wappenkreisel gegeben.

Dietzenbach – Die Grünen hatten die geplante Installation angesichts der Menschenrechtsverletzungen in China kritisiert. Das Thema sorgte für eine Fülle an Leserbriefen. Für Unverständnis sorgte dabei vor allem die Tatsache, dass ausgerechnet das Wappen von Kunming einen exponierten Platz am Kreisel erhalten soll.

Der Verein für internationale Beziehungen (ViB), der für die Pflege der Dietzenbacher Städtepartnerschaften zuständig ist, hatte die Kritik als „nicht gerechtfertigt“ zurückgewiesen. Der ViB warf den Grünen vor, mit zweierlei Maß zu messen, da sie die Städtepartnerschaft mit Oconomowoc in den USA angesichts des dort herrschenden „strukturellen Rassismus“ nicht ähnlich kritisch bewerteten. Diese Stellungnahme sorgte wiederum für Reaktionen, eine Leserin kritisierte, der ViB wende sich gegen die Vereinigten Staaten. Sie stellte die Frage: „Wo wären wir heute ohne die Hilfe der USA nach dem Weltkrieg?“

Dietzenbach möchte Städtepartnerschaft mit Neuhaus am Rennweg intensivieren

Diese Aussage weise man „mit allem Nachdruck zurück“, widerspricht hingegen Wolfgang Berg, stellvertretender Vorsitzender des ViB. „Gemäß unserer Satzung werden alle Partnerschaften vorbehaltlos und ohne politische Überlegungen und Einflüsse vom ViB mitgetragen und im Rahmen von möglichen Begegnungen organisatorisch begleitet.“ Besonders mit Oconomowoc finde ein reger Austausch statt, betont der ViB.

Derweil möchte die Stadt ihre Beziehung zu einer – zumindest politisch unkomplizierten – Partnerstadt intensivieren: Seit 1990 sind Dietzenbach und die thüringische Stadt Neuhaus am Rennweg Städtepartner. Eigentlich wollten die beiden Städte im Jahr 2020 das 30-jährige Jubiläum dieser Freundschaft feiern, was wegen der Corona-Pandemie jedoch ausfallen musste. „Telefonate gab es seitdem, jedoch nicht die gegenseitigen Besuche, wie beispielsweise zu den Weihnachtsmärkten, da die Corona-Lage es nicht zugelassen hat“, bedauert Bürgermeister Dieter Lang. Er und Uwe Scheler, Bürgermeister von Neuhaus am Rennweg, sind sich einig: „Nach der Pandemie ist ein persönliches Treffen wichtig.“ So hat Uwe Scheler das Dietzenbacher Stadtoberhaupt zur gemeinsamen Eröffnung des traditionellen Rennsteiglaufs eingeladen. „Sport verbindet, das erleben wir seit 1973 nicht nur mit dem Rennsteiglauf“, erklärt Scheler. „Das Wochenende Mitte Mai wird damit ganz im Sinne des Laufens stehen, denn am 22. Mai haben wir in Dietzenbach den 45. Steinberger Volkslauf, den ich ebenfalls eröffnen darf“, kündigt Lang an. „Es läuft, im wahrsten Sinne des Wortes“, freuen sich beide Bürgermeister auf das Treffen.

Auch der ViB-Vorsitzende René Schüttke möchte die Kontakte wieder vertiefen: „Wir werden schauen, wer im Verein die Koordination zu Neuhaus federführend übernehmen wird“, kündigt er an. Denn im Laufe der 32-jährigen Partnerschaft gab es schon zahlreiche Aktivitäten: „Dietzenbach brachte heißen Apfelwein nach Thüringen, die Neuhäuser hingegen die beliebte Thüringische Rostbratwurst zum Weihnachtsmarkt in der Altstadt“, erklärt Dietzenbachs Bürgermeister Lang. „In der Vergangenheit hat es auch gemeinsame Kinderferienlager, gegenseitige Besuche der Feuerwehren und weiterer Vereine gegeben“, ergänzt Sabine Höhn, die seit 1987 in der Verwaltung der Stadt Neuhaus am Rennweg arbeitet und so von Beginn an die Entwicklung der Städtepartnerschaft begleitete. (Niels Britsch)

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