Stadt kooperiert mit Tierheim Griesheim

„Kein Grund für böses Blut“

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Auch Kangals wie diesen (Archivbild aus Dreieich) nimmt das Tierheim in Griesheim auf. Die Dietzenbacher Ordnungsbehörde hat zuletzt mehrere dieser Hirtenhunde sichergestellt. 

Dietzenbach -  Seit Jahresbeginn kooperiert die Stadt mit dem Tierheim in Griesheim. Der Übergang erfolgt reibungslos. Von Nina Beck

„Es gab einen Vertrag, der ist gekündigt worden, und dann wurde ein neuer mit einer anderen Einrichtung geschlossen. “ Markus Hockling, Fachbereichsleiter Sicherheit und Ordnung, sieht die Sache nüchtern. Das Tierheim in Griesheim, mit dem die Kreisstadt, wie berichtet, seit Jahresbeginn kooperiert, habe seines Wissens nach die aus Dietzenbach zugewiesenen Tiere bereits aus dem Tierheim Dreieich abgeholt. „Kein Grund für böses Blut. “.

Damit reagiert Hockling auf ein Schreiben, das die Tierschützerinnen Evelyn Bohlscheid (Verein „Tierhilfe aktiv“) und Marlis Bahr („TSV Langen/Egelsbach“) verfasst und auch an die Presse geschickt hatten. Darin führen sie unter anderem an, dass nicht das Tierheimpersonal, sondern „freie“ Tierschützer wie sie aktiv würden, wenn verwilderte Katzen eingefangen werden müssten. 2014 hätten beide Vereine allein 26 Katzen aus Dietzenbach aufgenommen.

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Hockling seinerseits weist darauf hin, dass eine Ordnungsbehörde (unter anderem) für Fundrecht zuständig ist – also auch für Fundtiere, die im Sinne des Gesetzes als „Sache“ gälten. Einen „tierschutzrechtlichen Hintergrund“, eine Verpflichtung etwa, wild lebende Katzen einzufangen, gibt es nicht. Bohlscheid und Bahr hatten in dem Schreiben auf zwei erwachsene und vier Babykatzen auf Dietzenbacher Gemarkung hingewiesen, „die dringend eingefangen“ werden müssten – und angefragt, ob künftig das Griesheimer Tierheim derartige „Fangaktionen“ übernehme. Das stehe nicht in dem Vertrag, so Hockling – der sich im Übrigen frage, „warum man Wildkatzen überhaupt jagen muss“. Die habe es schließlich schon immer gegeben.

Auf Landesebene werde zwar seit einiger Zeit diskutiert, ob – um einer möglichen Überpopulation entgegenzutreten – wildlebende Katzen kastriert werden sollten. „Da scheiden sich aber derzeit noch die Geister“, so Hockling. Zudem wären in einem solchen Fall die Veterinärämter auf Kreisebene gefragt, nicht die Ordnungsbehörden der Kommunen.

Weiterhin schreiben die beiden Tierschützerinnen, dass Dietzenbacher Privatpersonen, die ihr Tier aus welchem Grund auch immer abgeben wollen oder müssen, seit Jahresbeginn nun bis nach Griesheim fahren müssen, um dies zu tun. Das ist aber nicht der Fall, erwidert Hockling. Wie bereits berichtet, können sie das, gegen eine bestimmte Gebühr, auch in jedem anderen Tierheim tun – also auch weiterhin in der Dreieicher Einrichtung. „Bei dem alten Vertrag war es nur so, dass Dreieich die Tiere kostenlos genommen hat. Daher war die jährliche Gebühr, die die Stadt zahlen musste, höher“, erläutert er.

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Wie berichtet, hatte es zudem unterschiedliche Auffassungen gegeben, wie viele aus Dietzenbach zugewiesene Tiere sich zuletzt im Dreieicher Tierheim befunden hatten. Hockling, früher selbst eine zeitlang Kassenprüfer im Tierheim Dreieich, sagt dazu: „Dietzenbach hat nie eine Mitteilung bezüglich der Zahlen erhalten.“

Die Behauptung der Dreieicher Tierschützerin schließlich, Griesheim nehme keine Kangals auf, weil dort nicht genug Platz für sie sei, stimme nicht, so Hockling. „Das Tierheim in Griesheim nimmt alle Tiere, auch Kangals.“ Die großen, kräftigen Hirtenhunde mit ausgeprägtem Beschützerinstinkt, die in gewissen Kreisen als Statussymbol gesehen werden, nach der hessischen Hundeverordnung aber als gefährlich einzustufen sind, wurden in jüngster Zeit häufiger beschlagnahmt, bestätigt Hockling. Er selbst habe sich das Freigehege in Griesheim angesehen. Das Außengelände sei riesig – und das Tierheim „eine ganz andere Liga“ als das Dreieicher Haus.

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