Trickreiche „Cousine“ hat keine Chance

Dietzenbach ‐ Nicht nur in Offenbach, Mühlheim und Obertshausen treiben die Trickbetrüger mit der „Enkel-Masche“ ihr Unwesen. Auch in Dietzenbach gibt es mehrere aktuelle Fälle. So etwa meldete sich eine 89-jährige Seniorin bei uns in der Redaktion. Von Carolin Henneberg

Zwar ging es in ihrem Fall nicht um einen vermeintlichen Enkel, sondern um eine „Cousine“, doch die Masche ist die gleiche.

Am Donnerstagmorgen gegen 11 Uhr klingelte das Telefon der Dietzenbacherin. Eine weibliche Anruferin begann in gutem Hochdeutsch mit der Dame zu plaudern. Fragte sie, wie es ihr gehe und was sie so mache. Nach einer Weile sagte die Betrügerin: „Rate doch mal, wer hier ist?“ Die 89-Jährige nannte den Namen einer Cousine, die sie als Anruferin vermutete. Sofort sprang diese auf den Namen an und bat um ein Treffen, da sie gerade in der Gegend sei. Sie brauche eine Vertrauensperson und sei in Geldnöten. Doch als die Seniorin um Geld gebeten wurde, kam ihr der Verdacht, dass es nicht ihre Verwandte sein konnte. Nach einem mehrfachen klaren „Nein“ der Dietzenbacherin legte die Anruferin entnervt auf.

Nach Erkenntnissen des Polizeipräsidiums Südhessen grasen derzeit organisierte Banden, die diese Betrugsmasche meisterhaft beherrschen, die Republik ab. Vor allem ältere Menschen bilden die Zielgruppe der Gauner.

Gespräche wurden schnell und rigoros beendet

Nicht nur bei der 89-jährigen Dietzenbacherin ist die Falle nicht zugeschnappt. Nachdem die Polizei über Ringmaster die angeschlossenen Bürger mit einer Durchsage am Mittwoch vergangener Woche gewarnt hatte, meldeten sich in den vergangenen Tagen mehrere Bürger, die ominöse Anrufe erhalten hatten. Diese Gespräche wurden jedoch ähnlich schnell und rigoros beendet wie im Falle der 89-jährigen Dietzenbacherin. „Vollkommen richtig gehandelt“, meint Hauptkommissar Peter Bender von der Beratungsstelle der Polizei in Offenbach. „Bei einem solchen Anruf sollte jeder sofort misstrauisch werden. Für solche Angelegenheiten ist das persönliche Gespräch Auge in Auge immer noch das Sicherste.“

Damit auch andere Bürger für den Fall der Fälle gewappnet sind, geben die Polizei und unsere wackere Seniorin wertvolle Tipps:

  • Am Telefon nicht mit Namen melden! „Hallo“ genügt! ‐ Keine Angaben bezüglich Familie und Finanzen!
  • Dem Anrufer Fragen stellen, die ihn aus der Fassung bringen und nur von Verwandten oder guten Bekannten beantwortet werden könnten!
  • Nie Bargeld aushändigen!
  • Da die Trickser potenzielle Opfer oft über „ältlich“ klingende Vornamen auswählen, überprüfen, ob ein Telefonbucheintrag mit vollständigem Namen erforderlich ist!
  • Im Verdachtsfall Anzeige erstatten: Tel.:  06074 / 83 70.

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