Team kann Organisation nicht mehr stemmen: Appell an Vereine und Stadt

Trinkbornfest steht vor dem Aus

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Der Kreuzungsbereich der Born- mit der Brunnengasse, dort wo auch der Trinkborn zu finden ist, war seit jeher ein beliebter Treffpunkt beim Trinkbornfest.

Dietzenbach - Das erste September-Wochenende verbinden alteingesessene Dietzenbacher traditionell mit dem Trinkbornfest. Ob es in diesem Jahr die 32. Auflage geben wird, ist äußert fraglich. Von Norman Körtge 

Die Skepsis überwiegt. Das wird deutlich, wenn Yvonne Tesch-Klühspies („Verein für internationale Beziehungen“, ViB), Friedrich Jüde (Seniorenhilfe, SHD) und Manfred Lux (katholische Gemeinde St. Martin) über die Zukunft des Trinkbornfestes reden. Sie haben zwar den Willen, dass auch in diesem Jahr am ersten Septemberwochenende das Fest rund um den Trinkborn seine 32. Auflage erfährt, aber das Trio macht deutlich: Wenn sie nicht mehr Unterstützung bekommen, dann hört das Fest der Vereine auf zu existieren. „Wir alleine können es nicht mehr leisten“, sagt Tesch-Klühspies und meint damit in der Tat lediglich die beiden Herren und sich selbst. Dabei gehe es nicht nur darum, dass Vereine mit einem Stand beim Trinkbornfest vertreten sind, sondern vielmehr um die Organisation im Vorfeld und die Abwicklung. Zehn Mitglieder sollte das Trinkbornfest-Team haben, um die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen zu können, meint die ViB-Vorsitzende. Vor Weihnachten sei eine E-Mail an Vereine verschickt worden, mit der Bitte um Unterstützung. Rückmeldungen habe es aber kaum gegeben.

Bereits seit Jahren verzeichnet das Fest einen Rückgang an teilnehmenden Vereinen. Meist resultierend aus Nachwuchsmangel und dadurch fehlenden Helfern. Hinzu kommt, dass die Stadtmarketing-Agentur nach massiven Budgetkürzungen das Fest bereits seit 2014 nicht mehr bezuschusst und sich nahezu komplett aus der Organisation zurück ziehen musste. Bereits vor dem 30. Fest stand die Veranstaltung auf der Kippe, ehe sich der „Freundeskreis Trinkbornfest“ gründete und Ehrenamtliche aus den Vereinen die Tradition am Leben erhielten. Neben dem fehlenden Engagement der Vereinsmitglieder ist es aber auch das fehlende Geld, dass dem Trio Kummer bereitet. Mindestens 5000 Euro seien notwendig, meint Manfred Lux. Benötigt werde das Geld unter anderem, um ein attraktives Bühnenprogramm für Jung und Alt auf die Beine stellen zu können. Eine Band als Zugpferd sei wichtig, um Publikum in die Altstadt zu locken, meint das Mitglied der Gemeinde St. Martin.

Bilder: Trinkbornfest in Dietzenbach

Gerade der finanzielle Aspekt treibt dem SHD-Vorsitzenden Jüde Sorgenfalten auf die Stirn. Die Seniorenhilfe und er seien nicht gewillt, ein finanzielles Risiko einzugehen. Etwa, wenn nicht genügend Sponsoren gefunden werden. Wenn die Stadt schon kein Geld mehr für das Trinkbornfest in die Hand nehmen kann, dann wünsche er sich zumindest eine Ausfallbürgschaft oder Ähnliches. Das Trinkbornfest könne nur funktionieren, wenn man die Stadt im Rücken habe, sagt Jüde.

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Auf Anfrage sagte Bürgermeister Jürgen Rogg, dass er es sehr bedauerlich fände, wenn das Trinkbornfest nicht mehr stattfinden würde. Er erinnerte aber daran, dass Dietzenbach als Schutzschirm-Kommune aufgetragen worden sei, sich nicht mehr an „Zuschuss-Festen“ zu beteiligen. Zuvor hatte sich die Kreisstadt das Trinkbornfest alleine bei den Sachaufwendungen über 10.000 Euro kosten lassen. Die Idee einer „Ausfallbürgschaft“ sei indes noch nicht an ihn herangetragen worden. Wer das Organisationsteam unterstützen möchte, personell oder finanziell, der kann sich per E-Mail an Yvonne Tesch-Klühspies wenden: info@vib-dietzenbach.de.

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