Über Unterschiede Gemeinsamkeiten finden

Erste internationale Jugendkonferenz bringt Schüler aus Türkei und Kreis zusammen

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Vorbereitung auf die Vorstellung des Positionspapiers: Die Teilnehmer der Jugendkonferenz kommentieren die Ergebnisse, die sie in einer Woche erarbeitet haben. 

Sudenaz Sahin und Türkansu Topkaya sitzen am Ende des Konferenztisches. Sie sind über Papiere gebeugt, die auf dem Tisch verteilt sind. Angeregt diskutieren die beiden Türkinnen mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus Dietzenbach und dem Kreis. 

Dietzenbach – Dabei geht es um die Themen Nachhaltigkeit, Menschenrechte und die Beteiligung von Jugendlichen.

Internationale Jugendkonferenz oder auch „International Youth Conference“ nennt sich das einwöchige Projekt, zu dem Schüler vom Jugendforum Kreis Offenbach nach Dietzenbach eingeladen wurden. „Durch die Ferienzeit bedingt, kamen nur Teilnehmer aus einem Land“, erläutert Dolunay Özer, Mitglied des Jugendforums. Das sei aber keine schlechte Sache. Denn die kleine Gruppe – zehn Jugendliche und junge Erwachsene – bringt viel Freude am Diskutieren mit.

Die Idee zur Konferenz basiere auf einem Planspiel, das die Arbeit der Vereinten Nationen simuliert, erläutert László Boroffka, der einer der sechs Vertreter des Jugendforums ist. Bei dem Planspiel „Model United Nations“, kurz MUN, schlüpfen die Teilnehmer in die Rolle von Delegierten, die für die Arbeit der Vereinten Nationen zusammenkommen. Sie diskutieren in Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung über weltpolitische Themen. Dabei geht es aber nicht um persönliche Meinung, sondern darum, die Position des repräsentierten Landes zu vertreten.

Im Kreishaus geht es aber weniger um die Meinung der Staaten. „Wir wollten unsere Jugendkonferenz auf eine andere Ebene heben“, fährt Boroffka fort. Die Teilnehmer, die aus dem Kreis Offenbach und der türkischen Stadt Giresun stammen, beschäftigen sich mit den Themen Nachhaltigkeit, Menschenrechte und Jugendbeteiligung. Ausgangspunkt der Debatten sind dabei die Unterschiede innerhalb Europas, aber vor allem in der Türkei und Deutschland. „Zum Beispiel das Pfandsystem“, erwähnt Türkansu, das gebe es so in ihrer Heimat nicht. „Das ist etwas, was wir gerne bei uns zuhause vorstellen würden.“

Das Ergebnis der Debatten präsentieren die Jugendlichen in einem mehrseitigen Positionspapier auf Englisch. „Wir arbeiten teils bis in die Nacht daran“, berichtet László Boroffka. Als Ergebnis halten die Teilnehmer nicht nur ihre Meinung etwa zu Gleichstellung und Flüchtlingspolitik fest. Sie versuchen auch, Wünsche zu formulieren – einer davon ist die gleichmäßige Verteilung von Flüchtigen. „Wir hoffen, dass wir das internationale Jugendforum wiederholen können“, ist sich das Team des Kreisjugendforums einig.

VON YVONNE FITZENBERGER

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