Blumen und Schmuck verschwinden von Gräbern

Unbekannte plündern Ruhestätten auf Friedhof

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Das Grab ihres Sohnes hat eine Leserin frisch bepflanzt. Unbekannte hatten die Blumen vom Grab gestohlen. 

Dietzenbach - Auf dem Friedhof sind in den vergangenen Monaten Blumen, Gestecke und Grabschmuck gestohlen worden. „Vor Ostern ist mir das verstärkt aufgefallen“, sagt Jörg Hartmann, Geschäftsführer der gleichnamigen Friedhofsgärtnerei.

„Ich sehe ja an den Gräbern, wenn etwas fehlt. “ Einige Menschen seien auch direkt zu ihm gekommen und hätten von gestohlenen Blumen berichtet, sagt er und vermutet: „Das passiert anscheinend über Nacht.“ „Dass man noch nicht mal vor den Toten Halt macht, lässt tief blicken“, sagt eine Leserin kopfschüttelnd, die ihren Namen aus Pietätsgründen nicht in der Zeitung genannt sehen möchte. Sie habe zum Geburtstag ihres verstorbenen Sohnes einen großen Blumenstrauß aufs Grab gelegt. Als sie am nächsten Tag wieder an die Ruhestätte zurückkehrte, war dieser verschwunden, berichtet die Dietzenbacherin. Die Dame, die mindestens dreimal die Woche den Friedhof besucht, hat das Grab zwar schon mit neuen Blumen bestückt, sagt aber: „Ich habe nun immer im Hinterkopf, dass die Blumen erneut gestohlen werden.“ Das belaste sie. Bei ihren Friedhofsbesuchen habe sie sich auch schon bei anderen umgehört und vernommen: „Ich bin nicht die Einzige, der das passiert ist.“

Edith Paril kommt jeden Tag auf den Friedhof, um ihrem verstorbenen Ehemann einen guten Morgen zu wünschen. Paril kennt die Situation. Sie erzählt, ihr sei vor einiger Zeit ein Engel vom Grab ihres Mannes gestohlen worden. „Ich weiß nicht, was das für Menschen sind: Man gibt sich Mühe mit dem Grab und dann ist alles weg.“ Sie habe in letzter Zeit immer mal wieder Menschen mit dicken Taschen auf dem Friedhof beobachtet, sagt Paril.

Michael Würz, Betriebsleiter der Städtischen Betriebe, ist die Situation bekannt: Das passiere auf dem Friedhof immer mal wieder. Seit Weihnachten sei es vermehrt vorgekommen. „Das ist für uns schwer nachzuvollziehen“, sagt Würz. „Das ist purer Vandalismus.“ Er sagt, sollte es weiter so gehen, müsse man überlegen, ob nicht ein Sicherheitsdienst temporär eingesetzt werde.

ron/ch

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