Ungewöhnliches Vorgehen

Diebe steigen ins Klubheim des Angelsportvereins ein

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Die Idylle am Dietzenbacher Angelweiher trügt: Ins Vereinsheim des Angelsportvereins sind Unbekannte eingebrochen und haben unter anderem Schäden am Dach hinterlassen und zwei Türen aufgebrochen (Bild unten).

Dietzenbach - Am Fenster und am Dach sind sie gescheitert. Daraufhin gelangen Einbrecher durch gut gesicherte Türen ins Heim des Angelsportvereins. Die Polizei sucht Zeugen. Von Ronny Paul

Unbekannte brechen in der Nacht auf Donnerstag ins Heim des „Angelsportvereins 1972“ unweit des Kaupenwiesengrabens ein. Und zwar zwischen Mittwoch, 22.30, und Donnerstag, 6 Uhr. Die Zeiten, in denen Vereinsmitglieder zuletzt vor Ort gewesen beziehungsweise wieder zum Heim gekommen sind. Zuerst versuchen die Täter, ein Fenster aufzuhebeln. Und scheitern, hinterlassen aber Spuren. Als Nächstes steigen sie aufs Dach und reißen Teile der Dachpappe weg. Als sie auch da bemerken, dass sie wegen einer Betondecke so nicht ins Innere gelangen können, probieren es die Einbrecher an den beiden Türen. Und das, obwohl diese „doppelt und dreifach gesichert waren“, berichtet Arnold Gems, stellvertretender Vorsitzender des 98 Mitglieder starken Angelvereins. Eine der beiden Türen war mit zwei schweren Bolzen gesichert, die andere mit einer Zwischentür und mehreren dicken Vorhängeschlössern. „Mehr geht nicht“, sagt Gems und schüttelt immer wieder den Kopf.

Gems zählt auf, was alles fehlt: zwei Motorsägen, eine Flex, Angelrouten und -rollen sowie die Getränke- und Jugendkasse. „Das ist das, was wir bisher festgestellt haben“, sagt er und zeigt sich ein wenig erleichtert, dass im Inneren zumindest nichts verwüstet worden ist. Ihn ärgern die Schäden an dem 1974 erbauten Heim trotzdem: „Da steckt sehr viel Arbeit drin.“ Jürgen Weisser, Vorsitzender der Angler, sagt: „Wir beginnen direkt mit den Arbeiten, damit das Vatertagsfest nicht gefährdet ist.“ Die Täter haben im Inneren alle Sicherungen ausgeschaltet, „wohl damit kein Licht angehen konnte“, vermutet Gems. Ungewöhnlich an dem Einbruch ist, dass die Vorhängeschlösser keine Einbruchsspuren aufweisen. Die Angler vermuten Profis dahinter, die die Schlösser etwa mit einem Schlüssel geöffnet haben könnten. Das wiederum würde nicht erklären, dass die Täter es erst an einem Fenster und dann übers Dach probiert haben.

Gaunerzinken: Mit diesen Geheimcodes verständigen sich Einbrecher

Dietzenbachs Polizeichef Klaus Hofmann sagt: „Das Vorgehen ist zu dilettantisch, als dass es eine Profibande gewesen sein könnte.“ Hofmann zufolge erklären sich die Spurensucher der Kripo das Öffnen der Schlösser wie folgt: Die Täter haben wohl so lange an der Tür gehebelt, bis die Schlösser aufgesprungen sind. Den entstandenen Schaden schätzt Hofmann auf mehrere Tausend Euro. Hinweise auf die Täter nimmt die Polizei unter Tel.: 06074/8370 entgegen.

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