„Maxim stirbt ohne Behandlung“

Unterricht für krebskranke Kinder: Dietzenbacherin Birgit Nahs bangt um einen Schützling

Maxim hat einen Tumor auf der Zunge, der ihn am Essen hindert. Sein Lachen hat er dennoch nicht verloren.
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Maxim hat einen Tumor auf der Zunge, der ihn am Essen hindert. Sein Lachen hat er dennoch nicht verloren.

Birgit Nahs will mehr. Das Rentnerinnendasein allein genügt ihr nicht. „Ich wollte etwas Sinnvolles machen“, sagt sie. Es sollte etwas sein, womit sie anderen helfen kann. Also meldet sich Nahs 2009 mit Beginn ihrer Altersteilzeit bei der Heinrich-Hoffmann-Schule in Frankfurt. Diese ist an die Universitätsklinik angegliedert und unterrichtet schwer kranke Kinder.

Dietzenbach – „Der Direktor hat mich gefragt, ob ich krebskranken Jungen und Mädchen, die für ihre Behandlungen nach Deutschland gekommen sind, Unterricht geben kann“, sagt die ehemalige Lehrerin der Heinrich-Mann-Schule. Dass es sich dabei um Schüler mit schweren Schicksalen handelt, schreckt sie nicht ab. „Mir war es wichtig, anderen helfen zu können“, betont sie. Damals bringt sie auch Maxim Antoneko Deutsch bei. „Er ist aus der Ukraine nach Frankfurt gekommen, da er Leukämie hatte und in seinem Heimatland keine ausreichende Behandlung erhalten hat“, sagt Nahs. Nach einer Knochenmarkstransplantation habe man ihn 2011 als geheilt entlassen. Die frühere Gymnasiallehrerin hält Kontakt mit dem jungen Mann. Auch dann noch, als sie 2015 ihr Ehrenamt niederlegt. So erfährt sie im vergangenen Jahr, dass der Krebs zurückgekehrt ist. „Maxim hat jetzt einen Tumor auf seiner Zunge “, erzählt sie und ringt dabei sichtlich um Fassung. Er sei so groß, dass Maxim weder essen noch trinken könne. Zunächst kommt er in ein Krankenhaus in Kiew. Als die Behandlung dort nicht anschlägt, bringt ihn seine Mutter Lisa Antoneko nach Minsk in Weißrussland. Doch auch dort bleibt die angesetzte Chemotherapie erfolglos. „Den Tumor mit einer Operation zu entfernen, haben sich die Ärzte nicht getraut“, sagt Nahs. Ihnen sei die Gefahr, dass der Krebs dann streut, zu groß gewesen. In ihrer Verzweiflung habe sich Lisa Antoneko dann erneut an die Universitätsklinik in Frankfurt gewandt. „Dort wird er seit August von Professor Doktor Vogel behandelt“, sagt die Dietzenbacherin, die ihren ehemaligen Schützling seither regelmäßig besucht. „Bei unserem letzten Treffen war Maxim richtig gut gelaunt“, erzählt sie. Dennoch sei ihm wohl bewusst, dass er schwer krank ist.

Die ehemalige Mann-Lehrerin Birgit Nahs kennt den Ukrainer seit vielen Jahren und macht sich große Sorgen.

Um den Tumor bekämpfen zu können, muss Maxim insgesamt vier Mal behandelt werden. „Ohne diese Behandlungen wird er sterben“, sagt Birigt Nahs mit belegter Stimme. Die sogenannten Thermoablationen, bei denen das Gewebe des Tumors mittels Hitze zerstört wird, seien jedoch sehr teuer. „Das Geld für die erste Behandlung hat sich Maxims Mutter von Freunden geliehen“, sagt die ehemalige Lehrerin für Englisch und Französisch. Allerdings müsse sie das innerhalb von sechs Monaten wieder zurückzahlen. Die darauf folgende Behandlung habe hingegen die russische Kirche bezahlt. „Bis jetzt hat Lisa aber noch niemanden gefunden, der sie bei den letzten beiden Terminen finanziell unterstützt“, stellt Nahs fest. Dabei soll die nächste Behandlung bereits in wenigen Tagen stattfinden. Findet Lisa Antoneko niemanden, der ihr hilft, wird ihr Sohn nicht behandelt. „Ich habe mehrere Unternehmen und Hilfsorganisationen angeschrieben“, so Nahs. Da ihr ehemaliger Schüler jedoch nicht aus Deutschland ist, hätten etwa die wohltätigen Organisationen abgelehnt. (Von Anna Scholze)

Birgit Nahs bitte nun dringend um Hilfe für Maxim. Erreichbar ist sie per Mail an birgit@nahs.de.

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