Mitglieder der Interessengemeinschaft Energie geben nicht auf

Urteil weckt Hoffnung bei Fernwärmekunden

Dietzenbach - Nach dem Verzichtsurteil des Offenbacher Amtsgerichts hegen die Mitglieder der Interessensgemeinschaft (IG) Energie Dietzenbach – ein Zusammenschluss von Fernwärmekunden – Hoffnung.

Wie berichtet, ist die Energieversorgung Offenbach (EVO) mit einer Klage gegen einen Dietzenbacher Fernwärmekunden gescheitert, der sich seit der Fernwärmepreisanpassung 2012 geweigert hatte, den geforderten Mehrbetrag wegen „strittiger Abrechnungsergebnisse“ zu zahlen. „Dieses Urteil, in dem es um ,strittige Abrechnungsergebnisse’ ging, zeigt, dass die Einwände und Kritik, die zahlreiche Fernwärmekunden schon seit Monaten formulieren und auch als schriftliche Widersprüche bei EVO und EVD niedergelegt haben, berechtigt sind“, heißt es vonseiten der IG.

Dietzenbacher Fernwärmekunden haben laut der IG in großer Zahl Widerspruch gegen die intransparente Fernwärmepreiserhöhung von 2012 eingelegt und erwarten nun, dass nach dem Urteil auch ihr Widerspruch berücksichtigt wird. Die IG versucht, durch Gespräche mit Vertretern der Energieversorgung Dietzenbach (EVD) zu verdeutlichen, dass Bürger die Preiserhöhungen von 2012 und 2015 um durchschnittlich 17 Prozent – „bei zahlreichen Kunden auch noch mehr“ – nicht nachvollziehen können.

Irritiert zeigen sich die Vertreter der IG, dass laut Statistischem Bundesamt zwischen 2012 und 2016 der durchschnittliche Fernwärmepreis um zwölf Prozent gesunken, jedoch bei EVO und EVD gestiegen sei. Damit sei Fernwärme etwa 100 Prozent teurer als das Heizen mit Gas.

Das trifft bei den Mitgliedern der IG auf Unverständnis und wirft die Frage auf: Wie können „die Politik und die städtischen Gremien die Bürger einem privatwirtschaftlichen Monopol ausliefern“? Aufgrund des im Vergleich zum Vorjahr deutlich kälteren Winters mit entsprechend höherer Heiznotwendigkeit müssen sich die Betroffenen laut IG nochmals auf höhere Kosten einstellen. Dietzenbach gehöre zu den teuersten Kommunen, was die öffentliche Abgabenseite betreffe. Da diese Abgaben, wie etwa Grundsteuer, Wasser und Straßenbeitragssatzung, regelmäßig erhöht würden, so die IG, frage sich der Bürger, wie er sich das leisten solle.

Es sei auch kein großes Geheimnis, dass es bei einigen Fernwärmeabnehmern große Zahlungsausstände gebe, heißt es weiter. (Ron)

EVO-Demo vor dem Rathaus

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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