Vertretung für Orthopäden

Dietzenbach ‐ Es ist keine Lösung auf Dauer, aber zumindest vorübergehend werden Patienten mit orthopädischen Leiden weiter in Dietzenbach versorgt. Von Fabian El-Cheikh

Seit Wochenbeginn vertritt Dr. Laurentino Sandiago den früheren Orthopäden der Stadt, Dr. Jörg Zschimmer, der zum Jahresende aus gesundheitlichen Gründen seine Praxis vorzeitig aufgegeben hat. Sandiago wurde von „Ortho One“, einer Praxisgemeinschaft in Heusenstamm und Neu-Isenburg, beauftragt, Zschimmer bis voraussichtlich Ende März zu vertreten, um „einen sanften Übergang“ für die Patienten zu gewährleisten. Wie berichtet, will „Ortho One“ die Zulassung Zschimmers übernehmen, die Räume in Dietzenbach aber schließen. Offenbar gibt es, wie aus Patientenkreisen zu hören ist, derzeit Anlaufprobleme mit dem Vertretungsarzt, dennoch zeigt sich der Obmann der Dietzenbacher Ärzte, Dr. Reinhold Jerwan, erleichtert, dass Patienten vorerst weiter wohnortnah versorgt werden.

Wie es danach weitergeht, sei noch offen. „Aber es gibt einen Hoffnungsschimmer“, lässt Jerwan durchblicken. Er bemühe sich derzeit intensiv darum, dass trotz Niederlassungsbeschränkungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) doch noch ein neuer Orthopäde in die Stadt kommt. Er habe in Arztpraxen, in Seniorenheimen sowie im Rathaus Unterschriftenlisten auslegen lassen und innerhalb einer Woche bereits rund 2500 Signaturen gesammelt. „Damit werden wir bis an die höchsten Stellen der Politik gehen“, kündigt Jerwan an. „Es kann nicht sein, dass eine Kreisstadt keinen Orthopäden mehr hat.“

Konsequenzen hätte dies auch für die Orthopädietechnik Tretin. Das Fachgeschäft verliere Kunden und Umsatz. „Bis zu 20 Prozent unserer Kunden sind bisher direkt von Dr. Zschimmer zu uns gekommen, um sich Einlagen, Bandagen und anderes anfertigen zu lassen“, sagt Waltraut Tretin. Nun würden sich die Kunden verteilen und in der Nähe anderer Fachärzte einen Orthopädietechniker aufsuchen. „Die Leute wollen nicht lange Wege auf sich nehmen.“ Und allgemeine Ärzte vor Ort dürften nicht alles verschreiben. „Ein Facharzt ist für alle Beteiligten besser“, meint Tretin.

Rubriklistenbild: © dpa

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