Virologe mit Visionen

Dietzenbachs Erster Stadtrat Dieter Lang (SPD) bewirbt sich um das Amt des Bürgermeisters

Schwärmt von seiner Wahlheimat Dietzenbach: Dieter Lang will Bürgermeister werden.
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Schwärmt von seiner Wahlheimat Dietzenbach: Dieter Lang will Bürgermeister werden.

Nach knapp sechs Jahren als Erster Stadtrat in Dietzenbach möchte er nun noch mehr Verantwortung in der Kreisstadt übernehmen: Neben Amtsinhaber Jürgen Rogg und dem Grünen-Bewerber René Bacher kandidiert auch Dieter Lang (SPD) bei der gleichzeitig mit der Kommunalwahl stattfindenden Bürgermeisterwahl.

Dietzenbach - „Ich bin 1997 mit meiner Familie nach Dietzenbach gezogen, weil es bezahlbaren Wohnraum und die Rudolf- Steiner-Schule mit ihrem spezial-pädagogischen Angebot gab; mittlerweile ist Dietzenbach zu meiner Heimatstadt geworden“, erzählt der 56-Jährige. „Ich liebe die Vielfalt der Kulturen und Nationalitäten, die damit einhergehende Weltoffenheit und den offenen toleranten Umgang miteinander“, schwärmt der gebürtige Franke von seiner Wahlheimat, in der er inzwischen verwurzelt ist. Davon zeugen auch seine Mitgliedschaften in zahlreichen Dietzenbacher Vereinen – ob Feuerwehrvereinigung, Awo, Flüchtlingshilfe, Heimat- und Geschichtsverein, Obst- und Gartenbauverein, SC Steinberg, Seniorenhilfe oder SG Dietzenbach,

Sollte Lang die Wahl gewinnen, ist ihm das Thema Kita-Plätze ein besonderes Anliegen: „Ich habe die Vision, allen Familien einen Krippen- und Kindergartenplatz für ihre Kinder zur Verfügung zu stellen“, sagt der Vater zweier erwachsener Kinder. „Außerdem darf Kinderbetreuung für die Eltern nicht noch teurer werden, die Gebühren sind daher einzufrieren“, fordert der SPD-Bürgermeisterkandidat. Langfristiges Ziel sei die komplette Abschaffung der Gebühren. Auch für Jugendliche möchte Lang „mehr Angebote schaffen“ und sich außerdem dafür einsetzen, die Seniorenarbeit weiter zu entwickeln.

Als Biologe seien ihm auch Klimaschutz, Umwelt und Nahmobilität besonders wichtig. „Meine Vision ist es, ein Klimaschutzkonzept für die gesamte Stadt zu entwickeln.“ So plädiert er dafür, noch mehr Straßen fahrrad- und fußgängerfreundlicher umzugestalten. „Jeder einzelne Radfahrer tut etwas für seine Gesundheit und für die Umwelt“, so Lang. Auch er sei gerne auf dem Rad unterwegs. „Handeln und weniger reden“, laute sein Motto. „Ich selbst habe einen vom NABU zertifizierten Naturgarten“, berichtet er stolz.

Als Bürgermeister wolle er außerdem die Präventionsarbeit ausbauen, um Straftaten zu verhindern: „Mit mehr Streetwork in verschiedenen Stadtquartieren ist die Schnittstelle zur Polizei zu stärken.“ Weitere Vorhaben Langs sind Wirtschaftswachstum mit Nachhaltigkeit zu verbinden, für solide kommunale Finanzen zu sorgen und „einen sozialen Kahlschlag verhindern“.

Doch wie will ein Bürgermeister Dieter Lang diese ganzen Vorhaben in einer chronisch klammen Stadt wie Dietzenbach realisieren? „Trotz der Finanzschwäche ist es in der Vergangenheit immer gelungen, wichtige Investitionen für die Kinderbetreuung, sprich für die Familien in unserer Stadt, zu tätigen“, sagt er. Für den Klimaschutz lasse sich „mit kleinem Geld viel erreichen“, außerdem hoffe er auf Zuschüsse aus Förderprogrammen. „So wird die Stelle des Klimaschutzmanagers vollständig über Fördergelder finanziert werden“, führt er aus. „Der fahrradfreundliche Ausbau der L 3001 ist ein weiteres Beispiel, wie man mit Fahrbahnmarkierungen für relativ wenig Geld viel erreichen kann.“ Im Bereich Ordnung und Sicherheit sei durch Umorganisation im sozialen Bereich die zusätzliche Stelle eines Streetworkers geschaffen worden. „Es gibt immer wieder Möglichkeiten, auch wenn das Geld fehlt, kreativ zu sein.“

Schwerpunkt seines Biologie-Studiums war die molekulare Virologie, weswegen Lang die aktuelle Situation besonders aufmerksam und aus einem speziellen Blickwinkel verfolgt: „Die Genomsequenz des neuen Coronavirus wurde am 10. Januar 2020 erstmals veröffentlicht. Ich hätte nie gedacht, dass es schon wenige Monate später diagnostische Tests gibt und binnen Jahresfrist drei Impfstoffe marktreif zur Verfügung stehen. Das ist eine enorme Leistung moderner, molekularbiologischer Forschung und Entwicklung. Das ist wirklich beeindruckend.“ (Von Niels Britsch)

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