Teilnehmer ziehen positives Fazit

Abschlussforum des Projekts „All inklusiv“

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Der gehörlose Rainer Giesen (links) und sein Chef Jörg Wagner vom Klüh Care Management sind mit dem Projekt zufrieden.

Dietzenbach - Wie es gelingen kann, Menschen mit Schwerbehinderung in den ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln, konnten rund 100 geladene Gäste beim Abschlussforum des dreijährigen Projekts „All inklusiv“ im Kreistagssitzungssaal mit Fachvorträgen, Podiumsgesprächen und „sichtbarer Musik“ erfahren.

Andreas Winkel vom Hessischen Rundfunk moderierte, zusätzlich wurde die Tagung in Gebärdensprache übersetzt. Über das Projekt fanden 124 Menschen eine neue Arbeit. Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben teilhaben zu lassen und in Arbeit zu halten, ist für Moderator Andreas Winkel, der selbst im Rollstuhl sitzt, noch lange nicht die Regel. Das Abschlussfachforum des Projekts „All inklusiv“ bezeichnet er deshalb als Ankündigung, Mahnung und Auftrag zur nachhaltigen Beschäftigung von Schwerbehinderten.

Projektleiterin Doris Barzen von der Pro Arbeit sprach in ihrem Abschlussbericht die Vorurteile von Arbeitgebern zum Thema Schwerbehinderung offen an. So konnten durch die gute Aufklärungsarbeit des Projektes viele Türen geöffnet und Vorurteile entkräftet werden.

Im Podiumsgespräch berichtete Katja Apel von der Stiftung Lebensräume aus der Praxis der Beratung für die Teilnehmer und Arbeitgeber. Auch Dana Kempe von der Arbeitsagentur Offenbach hob den Erfolg des Projektes hervor. Verena Groh von der MainArbeit konnte von positiven Arbeitgeberrückmeldungen berichten. „Das Leitmotiv des Projektes – Alles aus einer Hand – ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte sie. Dies bestätigte auch Jörg Wagner von Klüh Care Management, der einen Teilnehmer aus dem Projekt eingestellt hat und mit großer Zufriedenheit beschäftigt.

Vorgelesen und vergrößert: Eingabehilfen am Rechner

Begleitet wurde die Veranstaltung von der musikalischen Gebärdensprach-Dolmetscherin Laura Schwengber. Aleksander Knauerhase räumte anschließend in seinem Vortrag mit den gängigen Hollywood-Klischees auf, dass Autisten grundsätzlich „inselbegabt“ seien und in ihrer eigenen Welt lebten.

In der Abschlussrunde mit Führungskräften aller Partner – Boris Berner (Pro Arbeit), Birgit Günther (Agentur für Arbeit), Mike Gräf (Lebensräume), Joachim Rumpf (MainArbeit) – und Jörg Heynkes sind Chancen und Risiken einer zunehmend digitalisierten Welt und deren Arbeitsmarkt diskutiert worden. Die sich ergebenden Herausforderungen bleibt es für die inklusive Gesellschaft im Blick zu behalten. (eps)

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