Auf das Gelände der Kinder- und Jugendfarm 

Waldkindergarten verlegt seinen Sammelplatz

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Seit mehr als zehn Jahren erleben Kinder im Waldkindergarten Hoppetosse, wie es sich im Wald ohne vorgefertigtes Spielzeug wunderbar spielen lässt.

Dietzenbach - Mehr als zehn Jahre hat der Waldkindergarten Hoppetosse seinen angestammten Sammelplatz gegenüber des Kleingartenvereins Schilflache gehabt. Nun heißt es: umziehen. Von Barbara Scholze 

Sie schleppen nicht viel Besitz mit sich herum, also müssen sie für den geplanten Umzug kaum etwas einpacken. Zum 21. März verlagert sich der Sammelplatz des Waldkindergartens Hoppetosse von dem Waldstück gegenüber des Kleingartenvereins Schilflache auf das Gelände der Kinder- und Jugendfarm, nur ein kleines Stück weiter. „Die Umsiedlung ist rechtlichen Gründen geschuldet“, sagt René Bacher, Vorsitzender des Trägervereins. Braucht doch die Betreuungseinrichtung mit ihrem naturnahen Konzept eine Art Unbedenklichkeitsbescheinigung, die besagt, dass das genutzte Waldstück sicher ist. Dazu gehört, die umstehenden Bäume regelmäßig von Totholz befreien zu lassen, damit nichts unerwartet herunterstürzt. Um das zu gewährleisten, hat der Verein in der Vergangenheit bereits viel Geld investiert. „Aber auf Dauer können wir es uns nicht leisten, jedes Jahr die Bäume beschneiden zu lassen“, sagt Bacher.

Am grundsätzlichen Konzept des Waldkindergartens, der im Jahr 2005 gegründet wurde, werde sich indes nichts ändern, versichert der Vorsitzende. So wie in den Erzählungen der Autorin Astrid Lindgren die quirlige Pippi Langstrumpf und ihr Vater Efraim mit der Hoppetosse in See stechen, um sich in Abenteuer zu stürzen, sollen auch die Buben und Mädchen im Dietzenbacher Wald, wo sie bei Wind und Wetter ihren Alltag verbringen, manches erleben. Und zwar ohne vorgefertigtes Spielzeug. Das finden sie überall inmitten der Natur, in ihrem freien Raum ohne Türen und Wände. Die Kinder sollen Erfahrungen machen, wie sie eher die ältere Generation noch kennt. Im Matsch spielen, Regenwürmer beobachten, Waldhütten bauen, durch Felder streunen und die Jahreszeiten unmittelbar erleben. „Heute ist vielen Eltern der Wald als Aufenthaltsort für ihre Kinder zu gefährlich“, weiß das Team der Hoppetosse. Bedeutend für eine gesunde Entwicklung sei aber, dass die Kleinen sich ausprobieren dürfen. Dazu gehöre unter anderem eben auch rennen, klettern und fallen lernen.

„Ihren“ Wald als Raum haben sich die Kinder jedenfalls bereits erobert. Durch das dichte Blätterdach gut geschützt vor Wind, Regen und Sonne besuchen sie ihre Lieblingsstellen wie den Raketen- oder Froschplatz, den Balancierbaum und die Schlucht. Immer dabei ist der beliebte Bollerwagen, vollgepackt mit allem, was man so zum Leben draußen braucht.

Kinder im Waldkindergarten jeden Tag draußen

Geöffnet ist die Hoppetosse täglich von 8 bis 14 Uhr. Ist ein Aufenthalt draußen wetterbedingt nicht möglich, hat die Gruppe einen Platz im Jugendcafé Wolke 7, wo es auch zum Mittagessen hin geht. Oder in dem bunt bemalten Bauwagen, der den bisherigen Sammelplatz kennzeichnet. Diese Zuflucht der kleinen Walderoberer wird allerdings erst später umziehen. „Den müssen wir noch mobil machen“, kündigt Bacher an.

20 Kinder besuchen zurzeit die Einrichtung im Freien. „Wir haben noch Plätze frei“, teilt der Vorsitzende mit. Zumal im Sommer einige der „Großen“ in die Schule wechseln werden. „Wir freuen uns also über weitere Mädchen und Jungs, die nach unserem Konzept lernen und spielen wollen“, sagt Bacher.

Grundsätzliche Informationen finden sich im Internet auf: www.hoppetosse-dietzenbach.de. Mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 23. April, möchte der Dietzenbacher Waldkindergarten seinen zehnten Geburtstag nachfeiern.

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