Damals und heute

Familie Schäfer eröffnet in den 50ern den ersten Selbstbedienungsladen in Dietzenbach

Damals: In den 50er-Jahren eröffnet Dietzenbachs erster Selbstbedienungsladen an der Frankfurter.
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Damals: In den 50er-Jahren eröffnet Dietzenbachs erster Selbstbedienungsladen an der Frankfurter.

Was heute selbstverständlich ist, wurde in Dietzenbach erst in den 50er-Jahren Wirklichkeit.

Dietzenbach – Den Menschen muss es wirklich gut gehen, wenn der Toilettenpapiervorrat die größte Sorge in diesen Tagen ist. Mancherorts entflammen Kämpfe um die letzte Rolle gewickelter Cellulose, die aus dem Regal gepflückt wird. Doch sich so selbstverständlich eigenständig an einem reichhalten Angebot zu bedienen, das wurde erst in den 50er-Jahren Realität in Dietzenbach.

Ein Selbstbedienungsladen für 6000 Menschen in Dietzenbach

Waren in den Jahrzehnten zuvor die „Tante-Emma-Läden“ üblich, eröffnete Elisabethe Schäfer in der Frankfurter Straße Mitte der 50er-Jahre den ersten Selbstbedienungsladen. Am Eingang standen kleine Körbe aus Metall bereit, in die die Kunden ihre Waren packten und schließlich zum Tresen brachten. 

Auf dem historischen Foto verbirgt sich hinter den Ästen die Buchstabenfolge „Lebensmittel“, später kennzeichnete der gelbe Schriftzug „Rewe“ den kleinen Supermarkt. Auf wenigen Quadratmetern boten die Schäfers von Lebensmitteln über Waschpulver bis hin zur Nivea-Creme in der typisch blauen Dose so ziemlich alles, was der Haushalt benötigte. Zu dieser Zeit wohnten etwa 6000 Menschen in Dietzenbach.

Eine wechshalfte Geschichte mitten in Dietzenbach

An große Einkaufswagen war in den engen Zwischenräumen der etwa brusthohen Regale nicht zu denken. Die rollten erst Mitte der 60er-Jahre durch den „Koop“ oder „Vema“. Aus Letzterem ging an der Rathenaustraße der heutige Rewe-Markt hervor.

Prall gefüllte Regale mit allem, was die Dietzenbacher Kundschaft braucht. Anni Schäfer, Tochter der Besitzerin, und eine Aushilfe, kassieren hinterm Tresen.

Zunächst diente der alte Kinosaal der Gaststätte „Zum Neuen Löwen“ als Räumlichkeit dafür. In den Hof hinein expandierte der „Vema“ schließlich mit einem Flachbau. Ein Brand Mitte der 80er-Jahre ebnete zwangsläufig den Weg zum jetzigen Bau, der zwischenzeitlich die Namen Mini-Mal und HL-Markt trug.

Dietzenbach wuchst und das Geschäft mit

Nicht nur die Gebäude wuchsen, sondern auch die Einwohnerzahl des Dorfes, das 1970 offiziell zur Stadt wurde. Die Pläne zur neuen Stadtmitte zwischen Dietzenbach und Steinberg beinhalteten auch den Bau eines Verbrauchermarktes und somit eröffnete 1973 das „E-Center“ dort seine Pforten, wo heute das Rathaus-Center steht. 

Eine Einkaufsmöglichkeit von dieser Größe war allmählich notwendig, zählte die junge Stadt zu diesem Zeitpunkt doch rund 13 000 Einwohner. Namenswechsel von Basar zu Toom-Markt folgten, ebenso wie der Abriss des bis dato heruntergekommenen und verwaisten Einkaufszentrums im Jahr 2006.

Familie Schäfer hat über die Jahre ihr Haus aufgestockt und das kleine Geschäft integriert. Seit zehn Jahren befindet sich der Blumenladen „Art Floral Design“ von Christine Eschmann in den Räumen.

Heute: Seit zehn Jahren befindet sich der Blumenladen „Art Floral Design“ in den Räumen.

VON LISA SCHMEDEMANN

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