Wenn der Wald bebt...

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Gaben auf der Bühne den Ton an: Andy Wolf (von links) und Moritz Liebig von „Wideside“. Die Nachwuchs-Rocker überzeugten mit eigenen Kompositionen ihr Publikum.

Dietzenbach - Der sonst so stille Wald rund um das Europahaus hat eine ordentliche Dröhnung erstklassiger Rockmusik zu spüren bekommen. Von Sascha Reichelt

Ob der eine oder andere Forstbewohner mitgerockt hat, ist fraglich – denn wer zu deftigen Gitarrensounds abgehen wollte, der war beim „FoRest“ (Festival of Rock, established 2009) im Saal des Europahauses schon besser aufgehoben. Unter diesem doch recht schlichten Titel ging das selbst organisierte Dietzenbacher Jugend-RockFestival in die erste Runde.

Drei Bands gaben sich an diesem Abend die Ehre, und sie alle waren bereit, die Halle zum Beben zu bringen. Zunächst stand die Band „Action Selection“ aus Heusenstamm in den Startlöchern und konnte den Besuchern mit ihrem experimentellen Mix aus Grunge- und Progressiverock schon mal kräftig einheizen, bevor „Wideside“ im Anschluss die Bühne betrat. Die vier jungen Dietzenbacher Musiker überzeugten mit ihren eingängigen Melodien nicht nur das Publikum, sondern auch ihre Kollegen. Gerade das Gespür für feinfühlige Kompositionen sowie die Keyboard-Einlage von Bassist Andy Wolf zeugten von einem vielfältigem musikalischem Talent und ließen Musiker wie Besucher erstaunen. Jonas Fisch, Sänger und Gitarrist der Band „Inhuman“, äußerte sich im Gespräch: „Die Jungs haben für ihr Alter echt was auf dem Kasten. Wir hingegen waren damals noch nicht so weit“, gibt der Frontmann der Dreieicher Rockband lächelnd zu.

Die Band des 23-Jährigen kann bereits auf überre gionale Erfolge zurückblicken. Mehr als 150 Live-Konzerte haben sie gegeben. Dazu zählen Auftritte bei der Frankfurter Musikmesse, dem Mainuferfest, aber auch in Frankreich und Belgien.

Um der Stille in heimischen Wohnzimmern endgültig ein Ende zu bereiten, gibt es mittlerweile ihr Debüt-Album „Silence is Over“ auf ihrer Website zu erwerben. Auch wenn „Inhuman“ schon auf größeren Bühnen gerockt hat, gefiel der Band das Konzert sehr gut: „Gerade Auftritte im kleineren Kreis können manchmal die besten sein“, sagt Jonas Fisch.

Moritz Liebig, Frontmann von „Wideside“ und Organisator des Festivals, zieht eine positive Bilanz: „Es ist alles glatt gelaufen, und es herrschte gute Stimmung.“ Über eine Fortsetzung im nächsten Jahr wird bereits nachgedacht. Wahrscheinlich jedoch nicht im Europahaus, viel eher strebt er ein Open-Air-Konzert an. „Vielleicht im Waldschwimmbad.“ Doch all dies „steht noch in den Sternen“, so Liebig.

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