„Wir sind Leidtragende eines langen Verfahrens“

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Bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sollten die ersten jungen Dietzenbacher das Spiel- und Lernprojekt inmitten der Natur nutzen können.

Dietzenbach ‐ „Es zieht sich ein bisschen wie Kaugummi.“ Grundsätzlich frustriert sind der Vorsitzende des Vereins Kinder- und Jugendwelten, Bernd Blesenkemper, und sein Team noch lange nicht. Von Barbara Scholze

Ein wenig müde angesichts der bürokratischen Hürden, die bisher verhindern, die auf einem Gelände an der Schilflache geplante Kinder- und Jugendfarm ins Laufen zu bringen, aber schon. Bereits in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres sollten die ersten jungen Dietzenbacher das Spiel- und Lernprojekt inmitten der Natur nutzen können. Stattdessen arbeiten die engagierten Vereinsmitglieder mühsam eine Verwaltungsvorschrift nach der anderen ab. Mittlerweile geklärt sei immerhin der Verlauf der Umzäunung um das rund 10.000 Quadratmeter große Farmgelände, teilt der Vorsitzende mit. „Der Zaun steht und ist genehmigt.“ Gleichzeitig habe die Untere Naturschutzbehörde die Erlaubnis erteilt, mehrere Bäume anzupflanzen.

Das Grundstück nun aber zu einer echten Farm zu entwickeln, erfordert weiterhin langen Atem. „Wir haben zwei Bauwagen, die wir sofort aufstellen könnten, und möchten gerne eine Feuerstelle mit Überdachung bauen“, erzählt Blesenkemper. Auch ein Blockhaus, gespendet vom Lions-Club, stehe bereits parat. „Aber für das alles brauchen wir eine Baugenehmigung von der Bauaufsicht des Kreises, wobei die Pläne von einem Architekten stammen müssen.“ Das sei nicht nur aufwändig und teuer, sondern lasse auch wieder viel Zeit verstreichen.

Um eine befristete Genehmigung bemühen

„Im Nu ist auch die nächste Pflanzperiode vorbei“, fürchtet der Vorsitzende. Ebenso ins Stocken geraten sei das Verfahren um den Bebauungsplan für das Gebiet. Immerhin sei das Gelände inzwischen kartiert und Gutachten für Verkehrsfluss und Lärmschutz erstellt. Eventuell könnten Ende Februar die notwendigen Anhörungen von Bürgern und Behörden stattfinden.

Um den Kindern und Jugendlichen als künftige Nutzer eine Perspektive zu geben, wollen die Vereinsvertreter sich nun über das laufende Verfahren hinaus um eine befristete Genehmigung bemühen. „Selbst mit dem Risiko, dass wir in drei Jahren wieder abbauen müssen, was ich aber nicht glaube“, sagt Blesenkemper. Durch die ständigen Verzögerungen könnte der Verein weitere Schäden erleiden. „Wir haben Sponsoren, die uns großzügig unterstützen, denen wir aber leider wenig vorweisen können“, sagt der Vorsitzende. Die ehrenamtlich Aktiven seien aber sicher keine Schlafmützen oder Verursacher, sondern Leidtragende des langen Verfahrens.

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