„2015 ein gutes Jahr für Dreieich“

SPD-Neujahrsempfang: Bürgermeister zieht positive Bilanz

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Der scheidende Fraktionschef Rainer Jakobi (am Mikro) stellte beim Neujahrsempfang die ersten 20 Kandidaten der SPD-Liste vor.

Dreieich - Die Dreieicher Sozialdemokraten nutzen ihren Neujahrsempfang am Freitagabend nicht nur, um den Besuchern gute Wünsche mit auf den Weg zu geben und den Vereinsvertretern für deren Engagement zu danken. Von Enrico Sauda

Sie betreiben in der SKG-Halle auch ein bisschen Werbung in eigener Sache – schließlich steht in Kürze die Kommunalwahl an. Das vergangene Jahr sei ein gutes gewesen für Dreieich, resümiert Bürgermeister Dieter Zimmer. Für 2016 sei es erneut gelungen, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Weitere Fortschritte habe es auch in der Kinderbetreuung gegeben, allen voran durch die von der Firma Biotest eröffnete Betriebskita. Außerdem habe die Stadt in kultureller Hinsicht Bestmarken gesetzt, so Zimmer. Beispielhaft nannte er den Besucherrekord bei den Burgfestspielen und die 25. Kunsttage mit einem umfangreichen und höchst attraktiven Programm. Zudem entwickelten sich die Baugebiete Heckenborn und Albert-Schweitzer-Straße rasant. „Die Unternehmer investieren in Dreieich“, sagt der Rathauschef mit Blick auf Biotest und den Spatenstich der MHK Group von Hans Strothoff.

In dem vom Verein Zukunft Dreieich in Auftrag gegebenen Masterplan seien neue Projekte aufgegriffen worden. Diese gelte es mit der Politik, der Verwaltung und den Vereinen aufzuarbeiten und zu bewerten, fordert Zimmer. „Auf jeden Fall gab es bislang eine überwiegend positive Rückmeldung zu verzeichnen.“ Der Bürgermeister erinnert an die Schüsse, die in Dreieichenhain in den ersten Tagen des neuen Jahres fielen: „Mit gezielten Schüssen auf die Flüchtlingsunterkunft in Dreieichenhain wurde ein Mordanschlag auf die dort lebenden Menschen verübt“, sagt Zimmer. Das sei beschämend für Deutschland.

Man könne unterschiedlicher Meinung über die Wir-schaffen-das-Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel sein und man könne auch Sorgen und Ängste bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise äußern. „Aber nichts, kein einziges Argument rechtfertigt irgendeine Art von Gewalt gegen Menschen, Hass und fremdenfeindliche Hetze.“ Es sei eine Frage der Achtung der Menschenwürde, Flüchtlinge aufzunehmen und ihnen Schutz anzubieten. Aber Deutschland könne diese große Aufgabe nicht allein bewältigen und deshalb sei es notwendig, eine europäische Lösung zu finden. Auch die Weltgemeinschaft dürfe nicht tatenlos zusehen. In Zeiten des Terrorismus müsse sich der demokratische Rechtsstaat wehren, das gelte auch für die Gewalt und die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht in verschiedenen deutschen Städten.

Rathaussturm in Dreieich-Sprendlingen: Bilder

Die Täter müssten schonungslos bestraft werden, „aber hüten wir uns davor, alle Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen, so wie es rechtspopulistische und rechtsextreme Hetzer gerade wieder tun. Lassen wir nicht zu, dass fremdenfeindliche und rechtspopulistische  Parteien in Deutschland politische Macht bekommen“. Mit Blick auf die Kommunalwahl am 6. März stellt der scheidende Fraktionschef Rainer Jakobi die ersten 20 Kandidaten der SPD-Liste vor. „Wir haben ein gutes Team zusammengestellt. Da fällt das Aufhören dann doch gar nicht so schwer.“ Als Nummer eins wird Parlamentschefin Renate Borgwald geführt – die „Möglich-Macherin“, wie es auf einem Wahlplakat heißt.

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