Am Odenwaldring

Beliebtes Lädchen macht dicht: Schon bald soll Schluss sein

Jennifer und Jürgen Pfeifer sind noch bis zum Sommer mit ihrem Lädchen im Wohngebiet in Dreieichenhain. Dann verlieren die Anwohner rund um den Odenwaldring die Einkaufsmöglichkeit direkt vor Ort. 
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Jennifer und Jürgen Pfeifer sind noch bis zum Sommer mit ihrem Lädchen im Wohngebiet in Dreieichenhain. Dann verlieren die Anwohner rund um den Odenwaldring die Einkaufsmöglichkeit direkt vor Ort. 

Jürgen Pfeifer schließt nach 14 Jahren sein Einkaufslädchens im Odenwaldring in Dreieichenhain zum letzten Mal zu. Aber es könnte ein vorübergehendes Ende sein.

Dreieich – Einst war dort eine Tankstelle, die mitten im Wohngebiet betrieben wurde. Nach Aufgabe der Zapfsäulen vor ungefähr 30 Jahren – so schätzt Pfeifer - wurde das Bezahlhäuschen in ein Lädchen umgewandelt, in dem die Anwohner Zeitungen, frische Brötchen oder auch Dinge des täglichen Bedarfs kaufen können. Jetzt ist dessen Ende absehbar.

Der Eigentümer hat neue Pläne mit der Fläche, mittelfristig soll hier gebaut werden. „Wir haben unsere Kündigung bereits zum 1. Juli 2019 bekommen“, berichtet Pfeifer. Als sich die Pläne eines Neubaus nicht so kurzfristig umsetzen ließen, bekam der Einzelhändler, der in Sprendlingen in der Eisenbahnstraße auch einen Getränkegroßhandel betreibt, immer wieder Aufschub. Jetzt hat Pfeifer endgültig zum 30. Juni 2021 gekündigt, weil er einen neuen Laden in Dreieichenhain in Aussicht hat. „Wir brauchen ja auch eine Perspektive und sind jetzt froh, dass wir was Passendes gefunden haben. Ich möchte noch nicht sagen, wo genau, weil dort noch ein anderer Pächter drin ist. Aber wir sind ganz optimistisch, dass wir zum 1. Juli im neuen Geschäft starten können.“

Lädchen in Dreieichenhain (Kreis Offenbach): Generationenwechsel machte es dem Laden schwer

Ganz einfach war die Situation in dem Wohngebiet in den letzten Jahren nicht: „Als wir hier starteten, gab es noch viele ältere Menschen, die jeden Morgen kamen, Zeitungen, Brötchen und andere Kleinigkeiten gekauft haben. Das wurde immer schwerer. Es hat ein enormer Generationenwechsel stattgefunden und jungen Familien gehen eher in den großen Märkten einkaufen“, erzählt der Kaufmann. Von der Butter, die beim Einkauf im Supermarkt vergessen wurde, lasse sich auf Dauer eben nicht leben. Deshalb sah es vor einigen Jahren schon mal nach einer Aufgabe des Ladens aus. Aber dann übernahm Pfeifer 2015 die Poststelle für Dreieichenhain. „Auch wenn man damit nicht reich wird, rettet uns das unser Geschäft“, betont er. Das Postgeschäft wird in jedem Fall mit umziehen.

14 Jahre betrieb Jürgen Pfeifer sein Lädchen in Dreieichenhain.

Weiterhin kommen regelmäßig einige Rentner zum Brötchen holen oder Kinder, die vom Weg aus der Schule nach Hause im Sommer die Eistruhe stürmen und über das Jahr Naschtüten mit Maoam, Apfelringe und saure Schlangen kaufen. Außerdem gehen die frischen Eier vom Bauernhof gut, Wackers Kaffee und die Weine von seinem Weinhändler sorgen ebenfalls für Umsatz, erläutert Jürgen Pfeifer. Ein Vorteil im Odenwaldring sei die Parkplatzsituation – nie komme es wegen der großzügigen ehemaligen Tankstellenfläche zu Engpässen. Das wird es am neuen Standort so nicht geben.

Lädchen in Dreieichenhain (Kreis Offenbach): „Die Suche war schwierig“

Der bevorstehende Umzug fällt ihm ohnehin nicht leicht: „Natürlich tut es mir um meine Stammkunden hier oben leid.“, betont Pfeifer. „Gerade die, die vielleicht nicht so leicht die Möglichkeit haben, schnell mal eben mit dem Auto oder dem Rad in den Supermarkt zu fahren. Aber es war jetzt lange in der Schwebe, was aus unserem Laden wird. Die Suche war schwierig und ich bin jetzt schon sehr erleichtert, dass wir eine Lösung gefunden haben.“

Er selbst arbeitet unter der Woche in seinem Getränkehandel. Den Laden in Dreieichenhain betreuen drei Mitarbeiterinnen, an den Samstagvormittagen übernimmt seine Tochter Jennifer (23) den Dienst. Die Erzieherin, die unter der Woche in ihrem Beruf arbeitet, ist froh, dass es eine Perspektive gibt. „Ich war schon als Kind gerne hier. Ich freue mich, dass wir das Lädchen auch zukünftig betreiben können“, versichert die junge Frau. (Nicole Jost)

Aufgrund der Corona-Pandemie mussten bereits viele andere Geschäfte im Kreis Offenbach schließen. So etwa der „Tante Emma“-Laden in Rodgau.

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