Akrobaten unter der Autobahn

Neue Rampen für Biker an der Hainer Chaussee eingeweiht

Akrobatisch: Der 15-jährige Noah Fritz zeigte den Besuchern bei der Einweihung, woran er und seine Kumpels Spaß haben. Beim Bau der Rampen hatten die Jugendlichen sich mächtig ins Zeug gelegt.
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Akrobatisch: Der 15-jährige Noah Fritz zeigte den Besuchern bei der Einweihung, woran er und seine Kumpels Spaß haben. Beim Bau der Rampen hatten die Jugendlichen sich mächtig ins Zeug gelegt.

Die Zuschauer am Boden staunen Bauklötze über die fliegenden Artisten. Jonas Striese und Noah Fitz vollführen mit ihren Bikes zirkusreife Kunststücke. Die beiden 15-Jährigen sind Meister ihres Fachs, brettern über die Rampe, heben ab, überschlagen sich in luftiger Höhe und drehen Schrauben, als sei’s die leichteste Übung der Welt.

Dreieich – Beeindruckt schaut sich auch Martin Burlon die sportlichen Einlagen an. Der Bürgermeister steht am Samstagmittag unter der Hengstbachtalbrücke an der Hainer Chaussee und macht sich bei der Einweihung ein Bild von den beiden neuen Rampen, die dort in den vergangenen Monaten entstanden sind. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt. Stadt, Jugendliche, Eltern und DLB haben Hand in Hand gearbeitet, um den Freizeitpark aufzuwerten. Der TÜV Hessen hat die Anlage jüngst abgenommen, sodass sie nun für den Betrieb freigegeben ist.

Nachdem die sogenannte Dirtjump-Anlage eine ganze Weile stillgelegt war und die alten Rampen aus Erde zum großen Teil zerfallen waren, hatte sich in diesem Jahr eine neue, ehrgeizige Gruppe junger Leute zusammengefunden, um die Bikestrecke unterhalb des Skateparks auf Vordermann zu bringen. Dafür haben die Sportler nach dem Ende des coronabedingten Lockdowns und der damit verbundenen Sperrung der Anlage fast täglich mehrere Stunden mit Schaufeln und Schubkarren die Erdhügel bewegt und geformt und so die Anlage wieder so hergerichtet, dass große Sprünge möglich sind.

Auch die Eltern der Jugendlichen brachten sich ein, stellten laut Stadtverwaltung zum Beispiel eine Rüttelplatte zur Verfügung. Der städtische Dienstleistungsbetrieb unterstützte das Projekt mit einem Radlader samt Fahrer. Dieser bewegte die Erdmassen, die nun die zwei bis drei Meter hohen Landehügel darstellen. Die Absprünge hingegen hat die Gruppe mit Unterstützung von Mitarbeitern der städtischen Kinder- und Jugendförderung aus Holz konstruiert. Knapp 80 laufende Meter Balken, etliche Quadratmeter Grobspan- und Siebdruckplatten und an die tausend Schrauben wurden verbaut. Die zwei Meter hohen Rampen erlauben große Sprünge mit Mountainbikes oder BMX-Rädern, bei denen die Jugendlichen spektakuläre Tricks ausführen.

Die Kinder- und Jugendförderung spricht von einer erfreulichen Entwicklung. Die Mitarbeiter beobachten, dass sich seit diesem Coronasommer immer mehr junge Sportler unter der Autobahnbrücke treffen, um zu biken und zu skaten. Die Jugendlichen freuen sich auch darüber, dass die Fahrradwerkstatt des Sprendlinger Jugendzentrums dort regelmäßig ihre Dienste anbietet. Kleinere Defekte an Fahrrädern, Skateboards oder Rollern können direkt repariert können.

„Das Engagement der Jugendlichen ist bemerkenswert und ein gutes Beispiel für gelungene Teilhabe in unserer Stadt. Unsere Kinder- und Jugendförderung hat für solche Projekte immer ein offenes Ohr und ist die perfekte Anlaufstelle, um die Interessen und Wünsche der Jugendlichen aufzunehmen und bei der Umsetzung zu unterstützen“, sagt Bürgermeister Martin Burlon.  (fm)

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