Geplante Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule bereitet IG Bürgerpark Sorgen

Alarmglocken läuten

Sind in Sorge um den Bürgerpark: Die IG-Sprecher Hans-Hartwig Löwenstein (links) und Hennes Henn befürchten, dass ein Teil des Freizeitgeländes für die Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule geopfert wird. Foto: jost

Dreieich – Die Interessengemeinschaft Bürgerpark ist in Sorge: Aus unserer Zeitung haben die Mitglieder um Hans-Hartwig Löwenstein und Hennes Henn erfahren, dass möglicherweise ein Teil des beliebten Parks als Schulhof für die Erweiterung der Ricarda-Huch-Schule geopfert werden soll. VON NICOLE JOST

Dahinter steckt eine Idee des Kreises Offenbach, der das Gymnasium dringend erweitern muss. Aufgrund steigender Schülerzahlen und des Flächenverlusts durch den geplanten Neubau ist dann nicht mehr ausreichend Platz für die Pausen. .

„Das anvisierte Stück des Bürgerparks mag nur ein kleines Dreieck sein, aber es ist eine wichtige Fläche, weil es die größte zusammenhängende Wiese im Park ist“, erläutert Hans-Hartwig Löwenstein. Auf dem Grün sonnen sich im Sommer Besucher auf Decken und nebenan spielen die Kinder Fußball auf das Tor. Es sei eine gut frequentierte Freizeitfläche, die es so im ganzen Park nicht mehr gebe, betonen die Mitglieder der IG.

„Es wäre nicht richtig, den Bürgern dieses Stück Wiese ersatzlos wegzunehmen“, meint auch Hennes Henn. Zumal eine Nutzung als Schulhof eine Versiegelung nach sich ziehe, die ja bei schwindenden innerstädtischen Grünflächen ganz und gar nicht wünschenswert sei.

Löwenstein und Henn wollen sich aber nicht nur beschweren, sie haben auch über mögliche Alternativlösungen nachgedacht. „Auf dem Schulgrundstück selbst ist ein derzeit völlig verwildertes Areal, das der Kreis zum Schulhof umgestalten könnte. Außerdem gibt es angrenzend an das Schulgelände in Richtung Hallenbad noch eine momentan verbuschte Grünfläche, die sicherlich als Pausenhof zu gestalten wäre“, regt Löwenstein an.

Die IG hofft, dass die Stadt eher über die bislang ungenutzten Flächen mit dem Kreis verhandelt und nicht die Fläche des Bürgerparks zur Disposition stellt. „Wir sind nicht auf Konfrontation aus, ganz im Gegenteil: Wir wollen mit der Stadt in den Dialog kommen, denn wir wissen, dass wir die Erweiterung der Schule brauchen. Aber bitte mit einer intelligenten Lösung für den Park und die Schule und das scheint uns diese erste Idee nicht zu sein“, so Löwenstein weiter.

In der Vergangenheit habe die Zusammenarbeit mit der Stadt sehr gut funktioniert, loben die beiden Sprecher der IG die Werkstattgespräche. „Das Bodentrampolin ist als erstes Ergebnis der Planungen ja schon seit einem Jahr ein gut frequentierter Ort im Park und auch der Kleinkinderspielplatz ist im Werden“, freut sich Hennes Henn. Die IG hat grundsätzlich Befürchtungen, dass die schwierige Haushaltssituation der Stadt dazu führt, dass sich Planungen verschieben. Sie macht sich Sorgen um die Mittel aus dem Haushalt 2020. „Eine dringende Aufgabe ist die Sanierung des Weihers. Auch die Wege müssen in Ordnung gebracht werden. Wir hoffen, dass es nicht zu Verzögerungen kommt,“ sagt Hans-Hartwig Löwenstein.

Bürgermeister Martin Burlon sagt auf Anfrage unserer Zeitung, dass in der Frage um das Bürgerpark-Grundstück als Teil des Schulhofs noch nichts entschieden sei: „Wir werden das sicher in den nächsten Wochen mit dem Kreis besprechen. Es ist eine Idee, mit der die Kreisverwaltung als Schulträger an uns herangetreten ist“, so Burlon. Letztlich gebe es aber noch keine Zusagen oder gar Beschlüsse in dieser Frage. Ob das Grundstück am Hallenbad als Alternative taugt, müsse geprüft werden. Es sei im Besitz der Stadt-Holding und es sei die Frage, wie viel der Fläche tatsächlich für das Hallenbad verzichtbar sein könnte.

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