BI August-Bebel-Straße ist stinksauer und fordert Stadtverordnete zu Einigung auf

„Alle Varianten kompromissfähig“

Dreieich – Die Bürgerinitiative August-Bebel-Straße (BABS) ist mächtig angefressen: Sie hat nach den Worten ihres Sprechers Stefan Hohgraefe „keinerlei Verständnis für die offensichtliche Unfähigkeit der Dreieicher Stadtverordnetenversammlung, sich auf ein Konzept für die dringend sanierungsbedürftige Straße zu einigen“.

Wie berichtet, hat sich in den Ausschüssen für keine der vom Magistrat vorgelegten Umbauvarianten eine Mehrheit gefunden. Die BI fordert die Fraktionen auf, eine kurzfristige Einigung herbeizuführen, um den Weg für die Sanierung frei zu machen und keine Fördermittel zu verlieren. Die Entscheidung fällt in der Sitzung des Stadtparlaments am kommenden Dienstag (Rathaus, 19. 30 Uhr). .

Die Bürgerinitiative ist in Sorge, dass die längst überfällige Erneuerung der Nord-Süd-Achse, über die werktags 10 000 Kfz rollen, erneut vertagt wird. Sie setzt sich seit zwei Jahren für die Sanierung der Straße und eine Erhöhung der Verkehrssicherheit ein. Im vergangenen Jahr sei der Wunsch der Anwohner in einer breit angelegten Unterschriftenaktion eindeutig dokumentiert worden, erinnert Hohgraefe. Das von der Stadt 2018 vorgelegte Planungskonzept habe die Anregungen der BI aufgegriffen und bei der öffentlichen Vorstellung Anklang bei den Anwohnern der Straße und nahezu allen anwesenden Bürgern gefunden. Auf Betreiben von ADFC und Grünen sei im Nachgang nach Möglichkeiten gesucht worden, Fahrradspuren zu integrieren, so der Sprecher. Für die BI ist es völlig unverständlich, dass sich die Fraktionen auf keine der vorliegenden Varianten verständigen konnten. „Aus unserer Sicht wären alle von der Stadt vorgelegten Varianten kompromissfähig.“

Die BI befürchtet, dass die Sanierung der Straße auf nicht absehbare Zeit verschoben wird, wenn die Stadtverordneten sich nicht einigen. Denn die Fördermittel können bei Hessen Mobil nur einmal pro Jahr beantragt werden, also könnte erst 2020 ein neuer Anlauf unternommen werden. Die Förderung durch das Land könnte einen siebenstelligen Betrag ausmachen und somit die Stadtkasse bei veranschlagten Kosten von 2,6 Millionen Euro deutlich entlasten. Den Verzicht darauf zu riskieren, ist für die Anwohner-Vertretung nicht nachvollziehbar. Nach ihrer Auffassung setzt die Politik Verkehrssicherheit, Anwohnerwohl und auch die Verbesserung des Umweltschutzes durch die geplante Einführung von Tempo 30 aufs Spiel.

Für die Grünen, die sich eine Zurückstellung der Arbeiten vorstellen können, haben Hohgraefe und seine Mitstreiter null Verständnis. „Die Schäden an der Straße, deren Verkehrsaufkommen in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen hat, sind offensichtlich. Die derzeitige Gestaltung der Straße führt ferner zu Unsicherheiten besonders auch für die zahlreichen Schulkinder, welche die Straße morgens und mittags passieren. Durch die geplante Verschmälerung der Straße, Verschwenkungen, Querungen, eine zusätzliche Ampelschaltung an der zur Fahrradstraße umgewidmeten Liebknechtstraße sind hier vom Planungsbüro Maßnahmen präsentiert worden, welche gerade auch den schwächsten Verkehrsteilnehmern zugutekommen.“

Weiterhin herrscht aufseiten der BI „tiefe Verwunderung“ über das Agieren des ADFC, der bei den vorgeschlagenen Planungsvarianten bis dato keinerlei Kompromissbereitschaft gezeigt habe. „Hier werden Ideologie und die Vertretung der Eigeninteressen des ADFC vor das Gemeinwohl gestellt.“  fm

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