„Jetzt hat es uns auch erwischt“

Altenheime von Corona betroffen: So gehen die Pflegeeinrichtungen damit um

Seniorenheim (Symbolbild)
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Von 50 neuen Corona-Fällen in Dreieich am Donnerstag sind viele auf Ausbrüche in zwei Seniorenheimen zurückzuführen. (Symbolbild)

In den Altenheimen im Kreis Offenbach ist die Infektionslage in Sachen Corona weiter angespannt. Nun melden auch alle drei in Dreieich, dass Corona-Fälle aufgetreten sind. Das beschäftigt die Pflegeeinrichtungen.

Dreieich – Am Donnerstag berichtete das Kreisgesundheitsamt von 50 Fällen in Dreieich, von denen eine große Zahl auf den Ausbruch in zwei Altenheimen zurückgeführt wird. Die Namen wurden auf Nachfrage nicht genannt.

„Jetzt hat es uns leider auch erwischt, dabei haben wir so lange durchgehalten“, räumt Gabriele Roettger, Leiterin des Hauses Dietrichsroth, ein. Die genaue Zahl teilt sie nicht mit. Betroffen seien Bewohner und Mitarbeiter, die sich in Quarantäne befinden. Angesicht der hohen Inzidenz in der Region Offenbach sei das nicht überraschend. Besuche seien unter Einhaltung der Regeln bei Bewohnern, die sich nicht in Quarantäne befinden, weiterhin möglich – im Palliativ-Bereich mit Schutzkittel und FFP2-Maske. „Bei uns stirbt niemand alleine und ohne geistlichen Beistand“, betont Roettger.

Corona in Dreieich nahe Offenbach: Seniorenheim testet 100 Mitarbeiter jede Woche

Mittlerweile werden die rund 100 Mitarbeiter wöchentlich getestet. Doch das bringe eine große Belastung für das Haus mit sich, da für jede Testung 20 Minuten benötigt werden. „Das können Sie sich ja ausrechnen“, so die Leiterin. Generell sei die Personalsituation aktuell angespannt. „Aber wir bekommen noch alles hin“, versichert Roettger.

Entlastung kommt momentan von fünf Soldaten, die dem Haus Dietrichsroth als „helfende Hände“ zugeteilt worden sind, um sich mit den Bewohnern zu beschäftigen und mit ihnen zu spielen. Anfangs war Roettger ein wenig skeptisch. „Doch jetzt bin ich sehr angetan von dem Einsatz der jungen Menschen.“

Altenheim in Dreieich bei Offenbach erlaubt Besuche wegen Corona-Pandemie nur im Palliativ-Bereich

Das Haus Dietrichsroth war das erste Altenheim im Kreis, in dem die Impfung gegen Corona begonnen hat. Roettger spricht von einer großen Resonanz.

Eric Winkler, Leiter des Hauses Ulmenhof, das zur Korian-Gruppe gehört, spricht von aktuell sechs infizierten Bewohnern und drei Mitarbeitern. Letztere seien aber symptomfrei und würden in der nächsten Woche zurückerwartet. „Die Lage entspannt sich bei uns“, betont Winkler. Besuche in dem Sprendlinger Heim sind momentan nicht gestattet – mit Ausnahme des Palliativ-Bereichs. Die Impfung startet am Montag.

Dreieich bei Offenbach: Kursana-Domizil gestattet trotz Corona-Lage noch Besuche - Test ist nötig

Im Kursana-Domizil mit 85 Bewohnern und 43 Mitarbeitern gibt es nach Angaben von Leiterin Jana Kirchner momentan eine betroffene Bewohnerin. Sie sei erst negativ und dann positiv getestet worden. Besuche seien weiterhin möglich – nach vorherigem Test. Die Mitarbeiter würden zweimal die Woche getestet. Auch im Kursana wurde bereits mit den Impfungen begonnen. Es habe eine große Bereitschaft zur Teilnahme gegeben, wie Kirchner zufrieden berichtet. (Von Holger Klemm)

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