Erfolg bei Elisabeth-Preis

Anerkennung und Motivationsspritze für Diakonisches Werk 

+
Sozialminister Stefan Grüttner (Vierter von rechts) zeichnete die Dreieicher Delegation der Winkelsmühle aus. Über den dritten Preis freuen sich (von links, vorne): Annelore Beuschel, Birgit Kessler, Robert Brendel, Martina Geßner, Annette Schröder und Gloria Klepper.

Dreieich - 64 Bewerbungen hatte die Jury des Elisabeth-Preises zu bewerten. Acht Projekte zur Förderung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz stufte das Gremium unter Vorsitz von Hessens Sozialminister Stefan Grüttner als preiswürdig ein, darunter das der Begegnungsstätte Winkelsmühle. Von Frank Mahn 

Der Lohn neben der öffentlichen Auszeichnung: 2 500 Euro. „Dass wir bei mehr als 60 Bewerbungen zu den acht Preisträgern gehören, ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit“, freut sich Diakonie-Bereichsleiterin Martina Geßner über den dritten Preis. Das Diakonische Werk Offenbach-Dreieich-Rodgau ist Träger der Winkelsmühle mit ihren vielfältigen Angeboten in der Freiwilligen- und Generationenarbeit. Sprachkurse, Singkreise, Sportkurse, Feste, Sonntagscafé, Kreativkurse und vieles mehr zählen zum Programm unter dem Dach der Begegnungsstätte in Dreieichenhain.

Eine zentrale Anlaufstelle ist die Winkelsmühle für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Die Dunkelziffer ist hoch, aber mindestens 100.000 Menschen in Hessen leiden an einer Form von Demenz. Obwohl die Zahl weiter steigt, ist die Krankheit für viele ein Tabuthema. Manche geben aus Scham nicht zu, dass ihr Partner erkrankt ist, opfern sich in der Betreuung auf und verzichten auf soziale Kontakte.

Die Diakonie ist in diesem Bereich breit aufgestellt. Allein in Dreieichenhain gibt es drei AusZeit-Gruppen für Menschen mit Demenz. Hinzu kommt eine im Stadtteilzentrum im Sprendlinger Norden und eine Gruppe in Kooperation mit dem HSV Götzenhain. Kreative Angebote, Bewegung, Spaziergänge, Ausflüge – die Gestaltung der Stunden richtet sich nach der Tagesform der Gäste. Betreut werden sie von Ehrenamtlern, die speziell geschult sind. Drei von ihnen, Annelore Beuschel, Birgit Kessler und Gloria Klepper, waren bei der Preisverleihung in Wiesbaden dabei. Gerade für die Freiwilligen ist die Auszeichnung eine schöne Motivation.

Zeit für sich brauchen auch die Angehörigen, die sich um demente Partner oder Verwandte kümmern. Für sie gibt es – zeitgleich zu den AusZeit-Treffen – spezielle Angebote, um dem anstrengenden Pflegealltag mal entfliehen zu können. Und schließlich besteht für Angehörige die Möglichkeit, sich in Workshops ein Basiswissen zum Thema Demenz anzueignen. Der nächste Termin ist am Donnerstag, 26. April, von 18 bis 20 Uhr in der Winkelsmühle. Nähere Auskünfte erteilt Annette Schröder unter 06103/987516.

Im Rhythmus bleiben: Tanzen als Hobby für Senioren

„Durch ihr vielfältiges Aktivitätsspektrum leistet die Winkelsmühle einen herausragenden Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualitat von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen, fördert bürgerschaftliches Engagement und schafft neben einem hohen Grad der Vernetzung mit relevanten Akteuren in der Region einen wichtigen Beitrag zur Sensibilisierung der Bevölkerung zum Thema Demenz“, lobte Sozialminister Grüttner. Das Preisgeld hat die Diakonie schon verplant. „Wir verwenden es für die Gestaltung eines barrierefreien Zugangs zum Garten“, sagt Geßner. Der Elisabeth-Preis war von der Landesregierung und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen erstmals ausgeschrieben worden.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare