Ortsmitte vor der Verödung bewahren

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Die SPD möchte auch prüfen lassen, ob eine Vergrößerung des bisherigen Rewe-Marktes in der Offenthaler Borngartenstraße möglich ist.

Offenthal (hok) - Die Verbesserung der derzeitigen Einkaufssituation in Offenthal ist Ziel eines Antrags, den die SPD-Fraktion in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht hat.

Dabei sind die Ergebnisse der Bürgeranhörung im Mai sowie der Online-Befragung des SPD-Ortsbezirks Offenthal zu dem Thema mit eingeflossen.

Die Resonanz auf die Versammlung, bei der es um einen möglichen Weggang des Rewe-Marktes aus der Borngartenstraße und die Zukunft der Ortsmitte ging, überstieg im Mai alle Erwartungen. An die 150 Interessierte waren in die Philipp-Köppen-Halle gekommen. Auch die Beteiligung an der anschließenden Online-Umfrage war sehr rege. Dabei wurden unterschiedliche Positionen deutlich. Während die einen durch einen Wegzug des Rewe-Markts eine Verödung der Ortsmitte befürchten, wünschen sich die anderen einen neuen großen Supermarkt an der Umgehungsstraße, wie ihn das Lebensmittelunternehmen anpeilt.

SPD möchte Interessenausgleich schaffen

Mit dem Antrag möchte die SPD nun einen Interessensausgleich schaffen, damit auf der einen Seite ein moderner Einkaufsmarkt in dem Stadtteil geschaffen werden und auf der anderen Seite der beliebte Ortsmittelpunkt erhalten bleiben kann. Dafür sollten alle Möglichkeiten in Betracht gezogen und geprüft werden.

So soll der Magistrat in Gesprächen mit dem jetzigen Eigentümer der Immobilie Rewe-Markt und anderen Einzelhandelsketten, der Baugenossenschaft Langen, Grundstücksnachbarn und allen Mietern im Geschäftszentrum Borngartenstraße ausloten, welche Optimierungsmöglichkeiten es für einen modernen Lebensmittelmarkt in der Ortsmitte gibt. Der Offenthaler SPD-Vorsitzende Walter Haller sieht da einige Chancen, wie er auf Anfrage mitteilt.

Kommen auch andere Standorte infrage?

Sollten diese Gespräche zu keinem befriedigenden Ergebnis führen, regt der Antragssteller einen Bebauungsplan für einen neuen Einkaufsmarkt an. Dabei möchte die SPD untersuchen lassen, ob neben der neuen Umgehungsstraße auch andere Standorte infrage kommen. Ins Spiel gebracht wird dabei das Gelände der Firma Rösler in der Dietzenbacher Straße. Haller glaubt, dass dieses bislang nicht optimal genutzt wird. Ein Vorteil sei die dortige Bushaltestelle. Vor allem Senioren könnten so ihre Einkäufe nach Hause bringen. Das Gelände wurde in der Online-Umfrage der SPD vorgeschlagen.

Außer Rewe können laut SPD auch andere Einkaufsketten wie Edeka, Kaufland oder Tegut als mögliche Betreiber eines neuen Marktes in Betracht kommen.

Parallel dazu soll der Magistrat Gespräche mit Einzelhändlern führen, um nach einem Wegzug von Rewe im jetzigen Markt andere Anbieter mit einem umfangreicheren beziehungsweise spezialisierten Angebot ansiedeln zu können. Möglich wäre ein Markt-in-Markt-Modell beispielsweise mit Metzger, Drogerie, Blumengeschäft oder auch einem Bioladen. In Sprendlingen laufe ein solcher sehr gut, wie Haller betont. Man müsse schauen, ob es ein Potenzial dafür auch in Offenthal gebe.

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