Lärmpegel

Anwohner der Offenbacher Straße klagt über Lärm ‒ die Stadt reagiert

Im nördlichen Abschnitt der Offenbacher Straße dürfen Verkehrsteilnehmer 50 fahren, zwischen Volksbank und Odenwaldstraße nur 30.
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Im nördlichen Abschnitt der Offenbacher Straße dürfen Verkehrsteilnehmer 50 fahren, zwischen Volksbank und Odenwaldstraße nur 30.

In der Offenbacher Straße in Dreieich klagt ein Bewohner über einen zu hohen Lärmpegel. Doch die Stadt sagt, dass der Pegel für Tempo 30 nicht hoch genug sei.

Dreieich – Wird bei der Lärmbewertung in der Offenbacher Straße mit zweierlei Maß gemessen? Das vermutet jedenfalls Siegfried Montag. Hintergrund: Kurz nach der Gabelung an der Volksbank dürfen Verkehrsteilnehmer nur 30 Stundenkilometer fahren – allerdings nur gut 200 Meter bis zur Odenwaldstraße. Kurz nach der Einmündung wird Tempo 30 aufgehoben und es sind 50 km/h erlaubt.

Nun wohnt Montag in diesem weiter nördlich gelegenen Abschnitt und fragt sich, warum dort nicht ebenfalls eine Reduzierung der Geschwindigkeit angeordnet wurde. Der Sprendlinger spricht von einem Schildbürgerstreich. Montag hat im Rathaus nachgefragt und eine für ihn unbefriedigende Antwort bekommen. Man habe ihm mitgeteilt, dass sich die Bebauung in den beiden Abschnitten unterscheide. Das kann der Sprendlinger nicht erkennen.

Dreieich (Kreis Offenbach) Anwohner der Offenbacher Straße fühlt sich auf dem Arm genommen

Montag flüchtet sich in Sarkasmus. „Im weiteren Verlauf der geraden und vom Charakter identischen Straße ist die Stadt Dreieich offensichtlich der Meinung, dass die Verkehrsteilnehmer nach der verkehrsberuhigten Zone ihre Fahrzeuge schieben, deshalb keine Lärmbelästigung mehr verursachen und auch keine Abgase mehr entstehen.“ Der Anwohner berichtet von Motorrad-Posern, die dermaßen viel Lärm verursachten, „dass man glaubt, in der ersten Reihe an der Startbahn West zu wohnen“. Von der Stadt, so Montag, fühle er sich auf den Arm genommen.

Deren Spielraum sei allerdings durch Richtlinien begrenzt, sagt Karin Eisenhauer. Die Leiterin des Fachbereichs Bürger und Ordnung hat durchaus Verständnis für den vom Lärm genervten Anwohner, aber die Stadt müsse sich nun mal an bestimmte Vorgaben halten. Wenn in einer Straße die Voraussetzungen für Tempo 30 nicht erfüllt seien, würde eine Ausweisung vom Regierungspräsidium kassiert. Im nördlichen Abschnitt der Offenbacher Straße sei der Lärmwert nicht hoch genug, sagt Eisenhauer.

Dreieich im Landkreis Offenbach: Lärmwerte werden bei Tempo 50 ganztägig überschritten

Im Lärmaktionsplan Hessen für den Regierungsbezirk Darmstadt von 2016 sind die Straßen aufgeführt, in denen Lärmkonflikte aufgrund erheblicher Belastungen vorliegen. Der Magistrat beauftragte damals ein Ingenieurbüro mit Berechnungen für die Darmstädter, Frankfurter, Offenbacher, Fichte- und August-Bebel-Straße. Für die Offenbacher Straße kam heraus, „dass nur zwischen Haupt- und Odenwaldstraße die Lärmwerte bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ganztägig überschritten sind“, so Eisenhauer.

Das RP habe mit Blick auf die Umsetzung des Aktionsplans zugestimmt, dass die Stadt zur Minderung des Lärmpegels auf den infrage kommenden Abschnitten der Ortsdurchfahrten eine Begrenzung von 30 km/h einführen kann. „Von daher konnte die Beschilderung ,Tempo 30 Lärmschutz’ nicht anders ausgeführt werden, als dies heute der Fall ist“, so die Fachbereichsleiterin. (Frank Mahn)

Seit dem Bau der Lärmschutzwand an der A661 in Sprendlingen klagen Anwohner in Dreieich über zunehmende Lärmbelastung. Die Bürgerinitiative fordert ganztägig Tempo 80.

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