Anwohner in Sorge um Wohnqualität

Sprendlingen - Die Interessengemeinschaft Fünfhäusergasse meldet sich im Vorfeld der Stadtverordnetensitzung noch einmal zu Wort. Anlass ist die bevorstehende Verabschiedung des Aufstellungsbeschlusses zum Bebauungsplan „Neue Mitte“ in Sprendlingen.

Den Magistratsmitgliedern und den Stadtverordneten wurde noch einmal die Stellungnahme aus dem September 2011 geschickt. Hauptziel ist ein Bestandsschutz für die kleine Gasse.

Die IG hatte sich angesichts der anstehenden Veränderungen für den Bereich Hauptstraße 22-38 mit dem geplanten Einkaufsmarkt gegründet. Mitglieder sind Eigentümer der Flurstücke und Wohngebäude. „Die zum Teil über mehrere Generationen gewachsenen, sozialen Strukturen bedeuten für die Menschen hier ein hohes Maß an positiver Lebensqualität“, heißt es in der Stellungnahme. Die Mitglieder befürchten eine Förderung der Wirtschaft durch die Stadt zu Lasten der Anwohner. Vor allem wendet sich die IG, deren Sprecher Reiner Dieser ist, dass der geplante Supermarkt über die Fünfhäusergasse angefahren werden kann. Die Mitglieder wollen die Wahrung des Status quo, das heißt keine unmittelbare Verschlechterung der Situation.

Nun räumt Dieser ein, dass es nach dem bisherigen Stand so aussieht, als ob die Erschließung nicht über die enge Gasse laufen werde. Allerdings wisse man zu wenig über das genaue Konzept. Er rügt deshalb die bisherige Informationspolitik der Stadt. Es habe auch Kontakte vonseiten der IG zu dem Projektentwickler gegeben. Doch dieser sei vom Magistrat aufgefordert worden, keine Informationen weiterzugeben.

Ein weiterer Punkt sei der in dem Innenstadtquartier Hauptstraße, Bangertsgasse, Bach- und Eisenbahnstraße vorhandene Grünbereich, der in dem Einzelhandelsgutachten und Zentrenkonzept als schützenswerter Bereich bezeichnet wird. Die IG befürchtet, dass er durch die Bauarbeiten unwiederbringlich verloren gehen könnte.

Irene Dietz, Sprecherin der Stadt, betont, dass noch nicht alle erforderlichen Grundstücke vom Projektentwickler aufgekauft worden seien. Deshalb seien Gespräche mit den betroffenen Bürgern zurzeit nicht sinnvoll. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Kaufverhandlungen würde die Öffentlichkeit selbstverständlich einbezogen. In der nächsten Beratungsrunde des Stadtparlaments soll die Einrichtung eines Bürgerforums Thema sein, das die Planungen begleitet.

(hok)

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