Vorkerb auf dem Lindenplatz

Appetitanreger bei perfektem Partywetter

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Die 2018er-Kerbborschen präsentieren bei ihrem ersten offiziellen Auftritt die neue Kerbfahne. Jessica Jörges hat das Kunstwerk gemalt.

Sprendlingen - Genau 14 Tage vor der 302. Kerb laufen sich die Sprendlinger schon mal warm: In der Dämmerung und vor einer bunt angestrahlten Erasmus-Alberus-Kirche tanzen sich die Besucher der Vorkerb auf dem mit rot-grünen Wimpelfähnchen geschmückten Lindenplatz bei perfektem Partywetter ein.

Die Stimmung kann wohl kaum besser sein, als die Mitglieder der Band namens Wanda zur Polonaise aufrufen. Die Damengruppe am ersten Tisch springt zu „Atemlos“ gar auf die Bänke. Die kleinsten Gäste hüpfen aufgeregt vor der Bühne umher, während die Eltern sich schmunzelnd und den Nachwuchs fotografierend zu der Musik im Takt wiegen. Zu diesem Zeitpunkt ist an den Bierzeltgarnituren schon kein Plätzchen mehr zu ergattern, rund um den Brunnen sitzen die Dreieicher, um die Stehtische und an den zwei Biergondeln und am Weinzelt.

Auch an den Tischen wird zur Musik der Band namens Wanda auf der Sprendlinger Vorkerb ordentlich mitgerockt.

„So muss das sein und so haben wir uns das auch vorgestellt“, sagt Armin Schuler, Kassenwart des Sprendlinger Kerbteams, zufrieden mit Blick auf den so lebendigen Lindenplatz. Das Konzept, den Kerbfreitag hier im Herzen der Altstadt trotz Zeltkerb nicht sterben zu lassen, ist aufgegangen. „Als wir zu unserer Jubiläumskerb freitags schon ins Zelt auf den Festplatz eingeladen haben, war uns klar, dass es ein Verlust wäre, den Lindenplatz gar nicht mehr zu bespielen“, erläutert Schuler die Historie dieser dritten Vorkerb zwei Wochen vor dem eigentlichen Fest. Den Samstagabend zu nutzen statt des Freitagabends habe sich ebenso bewährt: „Das ist perfekt, wir sind rund 45 Leute, die den Aufbau stemmen und die jetzt die Bewirtung übernehmen. Niemand muss sich Urlaub nehmen und am Sonntagfrüh sieht niemand mehr, dass hier gefeiert wurde, weil wir alles noch nachts aufräumen“, verspricht Schuler.

Und die Sprendlinger lieben ihren Lindenplatz und danken es dem Kerbteam auch, dass sie ihn mit solchen Veranstaltungen beleben. „Für uns ist die Vorkerb eine wichtige Einnahmequelle, um das Partyzelt und die Bands in zwei Wochen auf der Kerb zu finanzieren“, betont Schuler, dass der Verein damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage.

Das Kerbjubiläum vor zwei Jahren mit den legendären Jubiläums-Kerbtagen hat die Sprendlinger aus einem Kerb-Dornröschenschlaf erweckt. „Wir tun gut daran, die tolle Stimmung weiter für uns zu nutzen und das Kerbzelt mit Programm und Livemusik aufrecht zu erhalten“, ist Armin Schuler überzeugt. Die Gassen sind schon wieder mit grün-roten Fahnen geschmückt und die Nachfrage der Anwohner nach diesem Zeichen der Identifikation mit ihrem Stadtteil ist ungebrochen. „Wir haben allein heute wieder fünf Fahnen verkauft“, freut sich Schuler schon auf das festlich geschmückte Sprendlingen während der Festtage.

Sprendlingen feiert auf der Vorkerb auf dem Lindenplatz: Bilder

Mit der Band namens Wanda hat das Kerbteam eine gute Wahl getroffen. Die bestens gelaunten Musiker schaffen es, einen anfangs noch etwas – wohl von der drückenden Hitze – müden Lindenplatz in Wallung zu bringen. Rock-Klassiker, Schlager, Partymusik – nichts lassen die Jungs und Mädels aus. Die Truppe ist auf Empfehlung der Familie Hausmann zu Gast, die schon seit Jahren das Essen auf der Vorkerb organisiert.

Die Sprendlinger Kerbborsche 2018 nutzen die Vorkerb auch, um sich erstmals öffentlich zu präsentieren. Die 13 Jungs rund um Kerbvadder Tobias Brockmann marschieren in der Dämmerung mit der gerade neu gestalteten Kerbfahne ein. Das von Jessica Jörges gemalte Kunstwerk an der langen Fahnenstange zeigt auf einer Seite die Kirche und den Brunnen auf dem Lindenplatz. Seite zwei ist mit einer wunderschönen Hirschkuh bemalt. Die Kerbborsche werden dieses schöne Stück Stoff mit Stolz durch die Sprendlinger Straßen tragen.

„Wir freuen uns aber sowieso, dass es jetzt endlich losgeht. Wir haben uns seit November regelmäßig getroffen, sind zu einem tollen Team zusammengewachsen und wollen jetzt die Kerb rocken“, kann es Tobias Brockmann kaum noch erwarten, dass er und seine Jungs sich endlich beim Bäumchen schlagen und Baumaufstellen beweisen können. (zcol)

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