Täter sind polizeibekannt

Attacke auf junge Flüchtlinge

Götzenhain - Sie wurden mit Pfefferspray attackiert und mit Fäusten geschlagen: Drei jugendliche Flüchtlinge aus Syrien sind in Götzenhain überfallen und verletzt worden. Von den fünf 16 bis 18 Jahre alten Tätern haben zwei einen deutschen, drei einen ausländischen Pass. Von Frank Mahn 

Die Polizei schließe einen fremdenfeindlichen Hintergrund aus, sagt der Leiter der Regionalen Ermittlungsgruppe West, Jürgen Reiner. Der Vorfall ereignete sich am Freitagabend, wie Recherchen der Redaktion ergaben. Was genau sich zwischen 19 und 20 Uhr auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes in der Raiffeisenstraße abgespielt hat, warum es zu der gewalttätigen Auseinandersetzung kam, welches Motiv dahintersteckt, vermag die Polizei derzeit nicht zu sagen. Der Tathergang muss noch geklärt werden, die Ermittler versprechen sich Aufschlüsse von Zeugen, die noch gehört werden müssen. Als gesichert gilt, dass die Aggression von dem Quintett ausging. In Götzenhain waren die fünf Heranwachsenden, vier von ihnen sind aus Dietzenbach, einer ist aus Offenbach, wohl eher zufällig gelandet. „Die wollten eigentlich woanders hin, sind aber zu spät aus dem Bus gestiegen“, sagt Reiner.

Auf dem Parkplatz des Einkaufsmarktes kam es dann zur Begegnung mit den drei syrischen Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren, die mit ihren Eltern in von der Stadt angemieteten Unterkünften in Götzenhain leben. Sie wurden nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen zunächst verbal angemacht, ehe die Angreifer Pfefferspray sprühten und die Opfer schlugen. Die Syrer wurden zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht, einer hatte Prellungen im Gesicht. Sie sind allesamt wieder bei ihren Familien, Jugendliche und Eltern werden psychologisch betreut, wie die städtische Integrationsbeauftragte Karin Scholl sagt. Gegen die Täter wurde Strafanzeige wegen gefährlicher Körperverletzung gestellt. Dass sie das beeindrucken wird, ist eher nicht zu erwarten. Alle fünf sind der Polizei durch diverse Straftaten bekannt.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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