Auch Hunde müssen mal raus

Stamm-Gassigeher halten Vierbeiner in Bewegung

Schutz für Tierheim-Mitarbeiter und Gassigeher: Badar Jarryullah, Leiterin der Ahmadiyya-Frauenorganisation in Dreieich, überreichte Uschi Heil die selbstgenähten Behelfsmasken. Im Hintergrund Shania Tariq (rechts) und Aisha Jarryullah, die beim Nähen und Verteilen helfen. 
+
Schutz für Tierheim-Mitarbeiter und Gassigeher: Badar Jarryullah, Leiterin der Ahmadiyya-Frauenorganisation in Dreieich, überreichte Uschi Heil die selbstgenähten Behelfsmasken. Im Hintergrund Shania Tariq (rechts) und Aisha Jarryullah, die beim Nähen und Verteilen helfen.

Der Tierheimbetrieb läuft trotz Coronavirus weiter. Auch wenn die Anlage im Dreieichenhainer Haag offiziell nicht geöffnet hat, müssen all die herrenlosen Hunde, Katzen und Kleintiere ja trotzdem versorgt werden.

Dreieich – „In der ersten Reaktion, als das öffentliche Leben nahezu komplett heruntergefahren wurde, haben wir das Haus geschlossen. Damit war nur noch den Mitarbeitern der Zugang möglich“, sagt Uschi Heil, Vorsitzende des Tierheim-Trägervereins. Schnell war den Verantwortlichen aber klar, dass es insbesondere für die derzeit 25 Hunde eine Lösung geben muss. Über Wochen im Zwinger eingesperrt zu bleiben, ohne jegliche Abwechslung einer entspannten Gassirunde – das ist schlicht keine Option für die meist sehr bewegungsfreudigen Tiere.

„Also haben wir Regeln mit besonderen Schutzvorkehrungen getroffen, damit unsere Stamm-Gassigeher weiterhin mit den Tieren rausgehen können“, erklärt Heil. Statt die Hunde selbst im Zwinger abzuholen, werden sie von einem Mitarbeiter in den Hof gebracht und dort auch wieder entgegengenommen – mit dem größtmöglichen Abstand.

Das ist dank der Frauenorganisation der Dreieicher Ahmadiyya-Gemeinde künftig unter besseren Schutzbedingungen möglich: Die Vorsitzende der Gruppe, Badar Jarryullah, überreichte Uschi Heil 22 selbstgenähte Behelfsmasken als Spende. Damit haben die Mitarbeiter des Tierheims und die 15 ehrenamtlichen Stamm-Gassigeher einen weiteren Schutz vor der Tröpfcheninfektion.

Die Frauengruppe hat in den vergangenen drei Wochen schon fast tausend dieser Masken genäht. „Einige von uns sind sehr gut und schnell an der Nähmaschine. Wir bekommen viele Stoffspenden und verschenken dann auch die Masken“, berichtet Shanza Tariq, ein Mitglied der Frauenorganisation, „Wir wollen in dieser besonderen Situation, in der sich die Welt gerade befindet, auch unseren Beitrag leisten und wir tun eben, was wir können.“

Die ersten Masken waren aus weißem oder beigem Stoff und alle haben sie die praktischen Falten, damit sie sich über Mund und Nase ziehen lassen. Befestigt werden sie mit Gummibändern oder weichen, elastischen T-Shirt-Säumen, die sich für diesen Zweck bewährt haben. „Einige Leute, denen wir die Masken spenden, wollen uns gerne etwas zurückgeben und mit diesem Geld schaffen wir dann neuen Stoff an. Inzwischen nähen wir auch bunte Masken“, berichtet Tariq, dass die Gruppe eine sehr positive Resonanz auf ihre Aktion erfahre.

Auch Uschi Heil ist froh, dass die Helfer und Mitarbeiter im Tierheim jetzt mit diesem Schutz versorgt sind: „Wir werden alles dafür tun, dass unsere Mitarbeiter gesund bleiben. Eine Infektion und eine damit verbundene Quarantäne für das Team wären wirklich ein großes Problem für das Tierheim“, so Heil. DieHunde, die weiterhin im Grünen ihre Runden drehen dürfen, und die damit etwas Abwechslung in ihrem Alltag erleben, werden es danken.

Die Vermittlung von heimatlosen Tieren ist auch in Coronazeiten nicht ausgesetzt. „Jeder, der sich dafür interessiert, ein Tierheim-Tier bei sich aufzunehmen, kann sich an die Mitarbeiter wenden. Im Augenblick geht es eben nur nicht ohne telefonische Voranmeldung, um unnötig viele Begegnungen zu vermeiden“, betont Uschi Heil. Auf der Internetseite des Tierheims werden die Vierbeiner auf der Suche nach einem neuen Zuhause vorgestellt. Die Mitarbeiter sind unter 06103 82788 zu erreichen.

VON NICOLE JOST

Auf dem Bauernhof der Familie Lenhardt wird auch während der Corona-Krise Eis verkauft. Der inzwischen tägliche Besuch der Ordnungspolizei kostet die Besitzer jedoch unendlich Nerven.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare