Schreiben an RMV

Auch Politik protestiert weiter gegen Wegfall von Buslinie

Dreieich - Da sich im Haupt- und Finanzausschuss alle Fraktionen für die Resolution gegen den Wegfall der Buslinie 661 ausgesprochen hatten, war der Punkt bei der Sitzung der Stadtverordneten am Dienstagabend ursprünglich auf der unstrittigen Tagesordnung II gelandet. Von Holger Klemm 

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Doch für Antragstellerin Natascha Bingenheimer (BfD) ist die Angelegenheit so wichtig, dass darüber noch mal gesprochen werden soll.
Die BfD-Fraktionsvorsitzende findet es ein Unding, dass sich der Kreis und die Kreisverkehrsgesellschaft aus der Anbindung von Ortsteilen und der Feinverästelung zurückziehen würden. Beim Blick auf den Linienplan falle auf, dass in Dreieichenhain nur noch auf Hauptstraßen Busse unterwegs seien. Die restliche Anbindung müssten Anruf-Sammel-Taxis übernehmen. Das reiche aber nicht aus. Sollte die KVG gegen eine Verbesserung der Situation sein, müsste die Stadt selbst Überlegungen anstellen. Als Alternativen bieten sich laut Bingenheimer Schleifen der bestehenden Buslinien 99 oder 64 über die Säuruh an.
In der einstimmig angenommenen Resolution fordert die Stadt den Kreis und die Kreisverkehrsgesellschaft auf, „in einen offenen Diskurs darüber einzutreten, wie die Situation in Dreieich zeitnah verbessert werden kann“.

Erster Stadtrat Martin Burlon begrüßt die Unterstützung durch die Stadtverordneten. Er hat zusammen mit dem Neu-Isenburger Bürgermeister Herbert Hunkel am 8. Februar ein Schreiben an den RMV geschickt, um auf die Verschlechterung hinzuweisen. Darin heißt es, dass durch den Wegfall die Bürger Dreieichs und Neu-Isenburgs sehr stark in ihrer Mobilität betroffen seien. Im Einzugsbereich der nicht mehr angefahrenen Haltestellen Heckenweg, Säuruh und Alter Friedhof befänden sich mehrere Wohnanlagen mit alten und behinderten Menschen, die sich nachvollziehbar über den Wegfall des Busses beschwerten. „Die von Ihrem Haus vorgenommene Bewertung dieser Situation als zumutbar und in einem ÖPNV-Netz als gängige Praxis können wir nicht teilen und auch nicht akzeptieren“, schreiben Burlon und Hunkel. Eine Antwort des RMV steht noch aus.

Der Erste Stadtrat räumt in der Sitzung der Stadtverordneten ein, dass die Stadt und die Verkehrsbetriebe die Folgen der weggefallenen Buslinie nicht auffangen könne. Das sei finanziell gar nicht möglich. Ein Anruf-Sammel-Taxi könne nur zu einer Linderung der Probleme beitragen, für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer sei es nicht geeignet.

Trotzdem wollen die Stadt und die Verkehrsbetriebe auf die Anregungen von Betroffenen aus der Säuruh reagieren und eine Anbindung mit dem AST zur alten B3 schaffen. So könnte ein Umsteigen zu den Bussen nach Langen, Sprendlingen und Neu-Isenburg ermöglicht werden. Das nach dem Fahrplanwechsel eingesetzt AST 66 fährt nur bis zum Weibelfeld.

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Burlon teilt in der Sitzung mit, dass dafür eine neue AST-Linie 69 geschaffen werden soll, die nach Möglichkeit zum 1. März an den Start geht. Es fehlten nur noch einige formale Genehmigungen. Die Strecke soll über den Dreieichplatz und die drei betroffenen Haltestellen zur Industriestraße (mit den Einkaufsmärkten) und die Landsteiner Straße zur Haltestelle An der Trift an der alten B3 fahren. Das AST 66 ist weiterhin zum Weibelfeld unterwegs. Für die kommende Woche kündigt Burlon weitere Informationen an.

Rubriklistenbild: © Strohfeldt

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