Ab Mitte April sind wieder Mitarbeiter der Naturschule unterwegs

Aufklärung im Dreieicher Landschaftsschutzgebiet

Die Tierwelt in den Baierhansenwiesen ist von einer großen Vielfalt.  Auch zahlreiche Fledermausarten sind in dem Landschaftsschutzgebiet heimisch.
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Die Tierwelt in den Baierhansenwiesen ist von einer großen Vielfalt. Auch zahlreiche Fledermausarten sind in dem Landschaftsschutzgebiet heimisch.

2015 lief die Aktion als Pilotprojekt, ab Mitte des Monats gibt es eine Neuauflage des Gastspiels. Thorsten Jens, Landschaftslotse der Naturschule Hessen, ist dann im Auftrag der Stadt Dreieich wieder in den Baierhansenwiesen unterwegs, um die Nutzer des beliebten Naherholungsgebiets auf dessen Besonderheiten hinzuweisen.

Dreieich- Fauna und Flora haben sich mit der einhergehenden Renaturierung prächtig entwickelt. So lassen sich mit Glück Eisvogel und die zu den Bodenbrütern zählende Waldschnepfe beobachten. Insgesamt sind in den Baierhansenwiesen aktuell etwa 75 Vogelarten heimisch. Meister Adebar hat sich noch nicht dazu durchringen können, Quartier zu beziehen, aber in den vergangenen drei Jahren wurden 14 Weißstörche bei Stippvisiten gesichtet. Im gesamten Gebiet sind sieben Fledermausarten vorhanden, die zu den bedrohten Arten gehören. Nachgewiesen wurden zudem elf Amphibien- und Reptilienarten, 29 Tagfalterarten, 17 Heuschrecken- und 13 Libellenarten. Bei den Pflanzen wachsen der Kantenlauch und das Kleine Mädesüß wieder, beides Arten, die es nicht mehr so häufig gibt.

Zu der erfreulichen Entwicklung des Landschaftsschutzgebiets, das früher vor allem wegen etlicher vermüllter und inzwischen zum Teil abgeräumter Kleingärten in den Schlagzeilen war, hat vor allem auch der längst über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Lehr- und Kräutergarten beigetragen. Familiengärten, Naturlehrpfad und der Platz der Generationen haben den Baierhansenwiesen ebenfalls einen Attraktivitätsschub verliehen.

Es könnte also alles gut sein. Aber nach wie vor gibt es immer wieder Ärger. Jüngst wurden frisch gepflanzte Sträucher herausgerissen, davor Bäume zur Seite geschafft, die das Nutzen eines Trampelpfades verhindern sollten. Ob Letzteres auf das Konto spielender Kinder geht oder Unbelehrbare am Werk waren, ist unklar. Auch fallen immer wieder Hundehalter auf, die ihre Vierbeiner frei über die Wiesen laufen lassen. Die sind überwiegend in Privatbesitz, zum Teil an Landwirte zur Futtergewinnung verpachtet und dürfen daher nicht betreten werden.

Thorsten Jens hat unter anderem im Frankfurter Grüngürtel viel Erfahrung gesammelt und vermittelt mit seinem Team im Spannungsfeld zwischen Freizeitinteressen und Anliegen des Naturschutzes. Die Lotsen wollen die Bürger durch Aufklärung für den Lebensraum sensibilisieren und dazu beitragen, dass mit mehr Kenntnissen über die Natur vielleicht manche Verhaltensweise überdacht wird. Die Mitarbeiter der Naturschule gehen auf die Leute zu und suchen den Dialog. „Die Dreieicher haben das wiederhergestellte Naherholungsgebiet sehr gut angenommen. Umso wichtiger ist uns, dass dieser Bereich auch für kommende Generationen erhalten bleibt“, so Bürgermeister Martin Burlon. (Von Frank Mahn)

Mit viel Glück lässt sich der Eisvogel in den Baierhansenwiesen beobachten.

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