Kein roter Teppich für Autos

August-Bebel-Straße: ADFC bekräftigt Kritik an Planung

Dreieich – Der ADFC untermauert seine Kritik an der von der Stadt vorgestellten Planung zum Umbau der August-Bebel-Straße.

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„Wir akzeptieren nicht, dass bei einer Neuplanung des öffentlichen Raums den parkenden Autos der rote Teppich ausgerollt wird, indem zusätzliche, nicht zwingend erforderliche Parkflächen geschaffen werden, die ihrerseits zusätzlichen Kfz-Verkehr an Stellen locken, wo sie für Nachteile im Verkehrsfluss und der Sicherheit sorgen. Gleichzeitig wird in Kauf genommen, dass der alltägliche Radverkehr, insbesondere der Schülerradverkehr, auf der Strecke bleibt“, heißt es in der Stellungnahme der AG Radverkehr um den Vorsitzenden Bernd Kiefer.

Grundsätzlich werde der Umbau begrüßt, sagt er. Kreisel an der Kreuzung mit der Fichtestraße, Tempo 30, breitere Gehwege und die Absicht, in den fünf westlich der August-Bebel-Straße liegenden „Stummeln“ insgesamt 32 Stellplätze zu schaffen – all das findet die Zustimmung des Fahrrad-Clubs. Der ADFC hält aber eine Reihe von Änderungen bei der Planung für erforderlich, die er wie folgt formuliert hat:

.  Keine Pkw-Stellflächen im Abschnitt Fichte- bis Konrad-Adenauer-Straße. Parkende Fahrzeuge am Fahrbahnrand stellen für Radfahrer, die laut Planung auf der Fahrbahn unterwegs sein sollen, eine ständige Gefahr dar. Außerdem werden sie dort nicht zwingend benötigt.

.  Nutzung der so gewonnenen Fläche für beidseitige Fahrradschutzstreifen zwischen Konrad-Adenauer- und Stettiner Straße mit einer Breite von 1,5 Metern. Ein gebauter, separater Radweg von 3 bis 3,5 Metern Breite, der gemeinsam mit dem Fußverkehr genutzt wird, zwischen Stettiner Straße und dem Kreisverkehr Fichtestraße.

.  Poster/Plakate/Hinweistafeln am Straßenrand, die den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,5 Metern zum überholten Radler einfordern.

.  Anpassung der geplanten Querungshilfe, um die Sicherheit für den Schüler-Radverkehr zu erhöhen.

.  Konsequente Temposteuerung durch Bodenmarkierungen, eine tempogesteuerte Ampel und interaktive Geschwindigkeits-Anzeigetafeln.

Die zwischen Konrad-Adenauer- und Fichtestraße vorgesehenen 30 Parkplätze stellen nach Auffassung des ADFC nicht nur eine Gefahr für Radler dar. „Sie können entfallen, weil auch ohne sie das Stellplatzangebot den täglichen Anforderungen gerecht wird, zumal die Parkplätze an Hallenbad und Bürgerhaus sowie der Naturparkplatz Seegewann selten komplett belegt sind. Letztgenannter ist zudem ausbaufähig und kann einen temporären Mehrbedarf auffangen“, urteilt der ADFC. Für Besucher des Bürgerhauses stehe in fußläufiger Entfernung zudem der Parkplatz an der Hans-Meudt-Halle mit 65 Stellflächen zur Verfügung. Das sei ausreichend für den Bedarf des Bürgerhauses.

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„Sollten am Fahrbahnrand zusätzliche Stellplätze eingerichtet werden, werden diese nicht nur von Besuchern des Bürgerhauses, sondern wie bereits jetzt auch von Anwohnern genutzt. Das wird dazu führen, dass sie bei großen Veranstaltungen auswärtigen Besuchern nicht zur Verfügung stehen“, prognostiziert der ADFC. Der Umbau müsse das Ziel haben, die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. „30 zusätzliche Stellplätze mögen an einigen Abenden im Jahr willkommen sein. Dieser Luxus wirkt der Sicherheit von Radlern entgegen, die hier täglich unterwegs sind.“

Unter www.adfc-dreieich.de findet sich die komplette, sehr ausführliche Stellungnahme der AG Radverkehr. Kiefer legt Wert auf die Feststellung, dass die Mitglieder die Verkehrsinfrastruktur nicht nur aus dem Fahrradsattel beleuchten. „Bei allen Vorschlägen, die wir zur Verbesserung unterbreiten, haben wir immer alle Verkehrsteilnehmer im Blick“, betont der ADFC-Chef. (fm)

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