Online-Reihe kommt bei den Nutzern bislang sehr gut an

Austausch im virtuellen Foyer der Dreieicher Musiktage

Eine „Soiree Espagnole“ präsentiert der Gitarrist Maximilian Mangold am Donnerstag. Er verspricht ein stilistisch abwechslungsreiches Programm von lyrisch-romantischer Musik bis zu temperatmentvollen, flamenco-beeinflussten Werken.
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Eine „Soiree Espagnole“ präsentiert der Gitarrist Maximilian Mangold am Donnerstag. Er verspricht ein stilistisch abwechslungsreiches Programm von lyrisch-romantischer Musik bis zu temperatmentvollen, flamenco-beeinflussten Werken.

Gelungener Auftakt der 19. Dreieicher Musiktage. Die Online-Konzertreihe kommt bislang gut an. Fünf Konzerte stehen noch an.

Dreieich – Nachdem die Dreieicher Musiktage bereits 2020 bis auf ein Online-Konzert pandemiebedingt ausfallen mussten, war eine erneute Absage für das Bürgerhaus-Team keine Option. Nun waren alle auf den Auftakt der Online-Reihe der 19. Ausgabe inklusive virtuellem Foyer gespannt. Die ersten Erfahrungen sind positiv. Allerdings könnte der Zuspruch noch etwas größer sein, da es ja im Gegensatz zu einem normalen Konzert keine Platzbeschränkung gibt.

„Es ist für uns eine ganz andere Art des Arbeitens. Das haben wir uns vor einem Jahr nicht vorstellen können“, sagt Veranstaltungsleiterin Maria Ochs. So schaltet sie sich von ihrem Esszimmer-Tisch ins virtuelle Foyer. „Wir wollten auf jeden Fall eine Art Live-Charakter haben.“ Vor Beginn der Konzerte, die zuvor im Bürgerhaus aufgezeichnet wurden, können sich alle Besucher in eine Zoom-Konferenz einschalten, die von Ochs oder Bürgerhaus-Chef Benjamin Halberstadt moderiert wird. „Wie vor einem richtigen Konzert besteht da die Möglichkeit zum Small Talk. Und es funktioniert“, freut sich Ochs, auch wenn sich das Angebot noch mehr herumsprechen könnte. Der Zuspruch bleibt nicht nur auf Dreieicher beschränkt, auch wenn diese natürlich in der Mehrheit sind. Und für die gibt es auch die Möglichkeit, sich – zumindest virtuell – wiederzusehen und auszutauschen. Zu einem der Konzerte hat ein Besucher auch seinen Bruder aus den USA eingeladen, der sich trotz des Zeitunterschieds zuschaltete. „Das war ein schönes Gespräch“, so Ochs.

Mit dabei ist auch Georgi Mundrov, der Leiter der Musiktage, der eine Einführung zum jeweiligen Konzert gibt. Zum Tango-Konzert des Duos Fortecello mit Anna Mikulska am Cello und Philippe Argenty am Klavier am Sonntag berichtete er über die Ursprünge und Entwicklung des Tangos. Auch nach den Konzerten öffnet das virtuelle Foyer. „Da gibt es viel Applaus und viel Lob für die Künstler“, berichtet Ochs. Und das war auch am Sonntag nach Fortecello der Fall.

Für die Aufzeichnung der Konzerte hat das Team einen großen Aufwand betrieben. Die Bühne des Bürgerhauses wurde dazu in ein Aufnahmestudio verwandelt. Mit vier Kameras werden die Auftritte der Künstler festgehalten. „Das ist richtig professionell“, betont die Veranstaltungsleiterin. Die Aufzeichnungen werden nachbearbeitet. „Wir haben mittlerweile alle Konzerte im Kasten“, so Ochs. Am Freitag erst wurde beispielsweise der Auftritt des Duos Fortecellos aufgezeichnet.

Auch wenn die Treffen in den Privathäusern, die ja den besonderen Charakter der Musiktage ausmachen, nicht vollständig ersetzt werden können, kommen die Aufnahmen bei den Musikfreunden gut an, freut sich Maria Ochs. Hinzu kommt, dass Ticketbesitzer das Konzert auch noch bis drei Tage später anschauen können.

Nicht nur im Musikbereich setzt das Bürgerhaus auf Aufzeichnungen und Zoom-Konferenzen. So wurde beispielsweise „Herr Wolf und die sieben Geißlein“ mit dem Puppenspieler Pierre Schäfer aufgezeichnet. Auch das Berliner Theater Zitadelle präsentierte seine Produktion „Grand Hotel Grimm – Die Berliner Stadtmusikanten V“ in diesem neuen Format. Für die Bürgerhäuser hat das nicht nur den Vorteil, im Lockdown nicht ganz auf Kultur verzichten zu müssen. Den Künstlern wird auch Gage gezahlt. „So sorgen wir mit dafür, dass sie künstlerisch aktiv bleiben können und sich keinen anderen Job suchen müssen.“ Doch auch wenn die Online-Erfahrungen positiv sind, wünschen sich Ochs, das Team und die Künstler, dass es bald wieder richtig losgeht und Kultur auf der Bühne mit Publikum stattfinden kann.

Das Programm der Musiktage

Auf dem Programm der 19. Dreieicher Musiktage stehen noch fünf Konzerte. Weiter geht es am Donnerstag, 6. Mai, um 20 Uhr mit Gitarrist Maximilian Mangold und einer „Soiree Espagnole“. „Klezmer und mehr“ präsentiert die Roman Kuperschmidt Band am Samstag, 8. Mai, um 17 Uhr. Am Sonntag, 9. Mai, um 17 Uhr wird „Eine kleine Sehnsucht“, die Friedrich-Hollaender-Hommage mit Dzuna Kalnina, Gesang, & Georgi Mundrov am Klavier, wiederholt. Das ursprünglich geplante Konzert mit Joanna Trzeciak muss entfallen. „A Bernstein Story“ mit Sebastian Manz (Klarinette) und Sebastian Studnitzky (Klavier) folgt am Donnerstag, 20. Mai, um 20 Uhr. Das Finale gestaltet das Frankfurter Klaviertrio am Freitag, 21. Mai, um 20 Uhr. Der Preis beträgt für alle Konzerte 18 Euro pro Haushalt für den Online-Zugang. Tickets und Infos unter buergerhaeuser-dreieich.de und z 06103-6000 0.

Von Holger Klemm

Ein gern gesehener Gast bei den Musiktagen ist der Klarinettist Roman Kuperschmidt. Mit seiner Band präsentiert er am Samstag „Klezmer und mehr“.

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