Nicht nur was für Computer-Nerds

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Ideen, Inspirationen und Diskussionen: 27 Interessierte aus Dreieich und Umgebung machten mit beim ersten Games-Barcamp an der Ricarda-Huch-Schule. Darunter auch Maxim Kuznetsov (blaues T-Shirt), der den anderen Schülern gerade erklärt, wie man einen „Minecraft“-Server aufbaut.

Dreieich - Bis in die Nacht zocken, gemeinsam über die Schule der Zukunft diskutieren und voneinander lernen: Für all das fanden sich am Wochenende 27 Interessierte aus Dreieich und Umgebung zum Games-Barcamp an der Ricarda-Huch-Schule (RHS) ein. Von Manuel Schubert

Laut Initiator Thorsten Groß das erste an einer hessischen Schule. Barcamps, das sind Konferenzen, die sich durch ihren spontanen Charakter auszeichnen. Nur das Hauptthema ist vorgegeben, die restliche Planung übernehmen die Teilnehmer zu Beginn selbst. In der Regel gibt es keine Referenten oder Vorträge. Die einzelnen Sessions dienen vielmehr dem gegenseitigen Kennenlernen und Austausch.

Thorsten Groß ist Netzwerkadministrator der Ricarda-Huch-Schule und unterrichtet dort Erdkunde, Religion, Ethik, Philosophie und Informatik. In seiner Freizeit bloggt er vorzugsweise über Barcamps und lieferte den Anstoß, auch am Gymnasium ein derartiges Event zu veranstalten. Groß zur Themenfindung: „Mal ehrlich: Wer kennt sich mit dem Thema Spiele besser aus als Schüler?“ Am Freitag läutete die Gruppe das Games-Wochenende mit einer gemeinsamen LAN-Party in der neuen Mensa ein. Neben Spielen wie „Trackmania“ und „Paintball“ stand vor allem „Minecraft“ hoch im Kurs. Einer Gruppe von Schülern gelang es sogar, aus den typischen „Minecraft“-Bauklötzen eine 3D-Version des Gymnasiums zu errichten – nach insgesamt drei Stunden Arbeit, Taschenrechner und Geodreieck inklusive.

Einführung in den Kurznachrichtendienst Twitter

Nach einer kurzen Nacht begann am Samstagmorgen das eigentliche Camp. Los ging es mit einer Einführung in den Kurznachrichtendienst Twitter sowie Etherpad, ein Hilfsmittel zur gemeinschaftlichen Arbeit an Textdokumenten. Anschließend planten die Teilnehmer den restlichen Tag.

In Kleingruppen ging es daraufhin zu den verschiedenen Sessions. So diskutierte Thorsten Groß etwa mit mehreren Lehrern und Medienpädagogen die Frage, wie man Barcamps an Schulen einsetzen könnte. Einen Raum weiter erklärte der 14-jährige Maxim Kuznetsov, wie man einen „Minecraft“-Server einrichtet. Auch das Thema „Soziale Netzwerke“ stand auf der Tagesordnung.

„Das Barcamp ist eine sehr offene Veranstaltungsform“, erklärt Groß. „Jeder ist da, wo er gerade sein will. Dadurch gibt es keine Langeweile.“ Dank der gemeinsamen Dokumentation der Sessions per Etherpad könne man zudem auch alles nachlesen, falls man nicht dabei war, und gegebenenfalls sogar etwas ergänzen. Mit dem Ergebnis der zwei Tage ist Groß sichtlich zufrieden: „Es war ein voller Erfolg.“

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