Bauarbeiten zur Ortsumfahrung

Der Straßenbau zu Offenthal

Endlich werden Erdmassen bewegt: Die Bauarbeiter geben ordentlich Gas, der Großteil des Streckenverlaufs ist schon gut zu erkennen. Hessen Mobil hat versprochen, die knapp 3,4 Kilometer lange Umgehung noch in diesem Jahr für den Verkehr freizugeben.
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Endlich werden Erdmassen bewegt: Die Bauarbeiter geben ordentlich Gas, der Großteil des Streckenverlaufs ist schon gut zu erkennen. Hessen Mobil hat versprochen, die knapp 3,4 Kilometer lange Umgehung noch in diesem Jahr für den Verkehr freizugeben.

Offenthal - Es gibt Offenthaler, die kommen aus dem Urlaub zurück, wählen die Nummer ihrer Heimatzeitung und fragen, ob an der Umgehungsstraße denn tatsächlich gebaut wird. Das zeugt von tiefem Misstrauen gegenüber den zuständigen Behörden, aber auch von Vertrauen in uns. Von Frank Mahn

Die Redaktion versichert hiermit den letzten Zweiflern, die es noch nicht geschafft haben, sich ein Bild von den Arbeiten zu machen: Sie kommt, die Umfahrung zu Offenthal.  Früher hätte es einen öffentlichkeitswirksamen Termin gegeben, noch dazu mit zwei Wahlen vor der Brust. Politiker und Behördenvertreter hätten demonstrativ mit Spaten für die Medien posiert. Nach all den Pleiten, Pech und Pannen im Zusammenhang mit dem insgesamt 12,3 Millionen Euro teuren Straßenbauprojekt wurde in diesem Fall darauf verzichtet – mit Ruhm hätten sich die Beteiligten nicht bekleckern können.

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Knapp drei Wochen nach dem offiziellen Baubeginn lässt sich der Verlauf der Trasse über weite Strecken schon gut erkennen. Die Arbeiter der Firma Kirchner aus Bad Hersfeld geben ordentlich Gas, auch wenn der Laie sich wundert, dass ziemlich wenig schweres Gerät zu sehen ist. Das Unternehmen, das von Hessen Mobil den Zuschlag für den sechs Millionen Euro schweren Auftrag erhalten hat, steht unter Druck – weil Hessen Mobil im Wort steht. Bis Ende 2013 soll der Verkehr über die insgesamt 3,34 Kilometer lange Piste rollen, so hat’s die Straßenbaubehörde des Landes versprochen. Durch die Umgehung, die in Ost-West-Richtung im Süden von Offenthal verläuft, soll sich die tägliche Belastung der alten Ortsdurchfahrt von zirka 25.000 Fahrzeugen auf 6500 reduzieren.

Die drei Brücken am Oberrenzer Weg (Richtung Urberach), Rückertsweg (nahe Susgo-Sportplatz) und im Bereich Flurstraße (nahe Kläranlage) standen bis vor Kurzem verloren in der Gegend herum. Inzwischen haben die Arbeiter eine Schneise durch die Landschaft gepflügt, die unter den Überführungen hindurchführt und einen Großteil des Streckenverlaufs skizziert. Denken muss man sich noch den westlichen Teil bis zur Philippseicher Straße. Erst nach der Verlagerung des Verkehrs können laut Hessen Mobil Anschlussbereiche und Kreisel entstehen. Gleiches gilt für den Lärmschutzwall, der auf mehreren hundert Metern Länge im Abschnitt zwischen dem Stadtgässchen (Gartenbau Ehlers), der Flurstraße und der Messeler Straße entsteht.

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Mit der maximalen Entlastung können die unter Abgasen und Lärm leidenden Offenthaler erst rechnen, wenn auch die Ostspange gebaut ist. Sie wird – im Gegensatz zur vom Bund finanzierten Ortsumgehung – vom Land Hessen bezahlt. Für die knapp 660 Meter lange Verbindung zwischen der L 3001 (Dietzenbach-Offenthal) und der Umfahrung sind Kosten von knapp 3,6 Millionen Euro kalkuliert. Eine gute Million entfällt auf den Bau der Brücke über die Dreieichbahn samt Wirtschaftsweg. Der Auftrag ist nach Angaben von Stefan Hodes, Pressesprecher von Hessen Mobil, erteilt. Die Arbeiten an der Brücke sollen schon bald beginnen. Nach deren Fertigstellung kommt die Ostspange an die Reihe. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, geht es im Laufe des nächsten Jahres im großen Bogen um den Stadtteil herum.

Bleibt die Frage, was aus der jetzigen Ortsdurchfahrt wird. In der Bürgerversammlung Mitte Juni hatte Erster Stadtrat Martin Burlon eine Planungswerkstatt angekündigt. Hier sollen die Offenthaler ihre Ideen einbringen.

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