Freunde Sprendlingens werben um Satzung

Bauregeln für die Altstadt

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Mit historischen Unterlagen veranschaulicht Dr. Wilhelm Ott, wie stark sich der Charakter der Altstadt im Laufe der Zeit verändert hat. Um die bis heute erhaltenen Zeugnisse der Vergangenheit zu bewahren, plädieren die Freunde Sprendlingens für eine Gestaltungssatzung.

Sprendlingen - Städte verändern und entwickeln sich, alte Bauwerke machen neuen Häusern Platz. Nicht immer wird dabei auf optische Kriterien Rücksicht genommen, nicht immer der Charakter der Umgebung übernommen.

Unter allen Dreieicher Stadtteilen gilt das vor allem für Sprendlingen – „der Ortsteil besaß dem Vernehmen nach früher eine höhere Fachwerkhausdichte als Dreieichenhain“, so Dr. Wilhelm Ott, Vorsitzender der Freunde Sprendlingens.

Den Lauf der Zeit können die Heimatkundler nicht zurückdrehen, aber wenn es irgendwie machbar ist, wollen sie zumindest auf die Zukunft Einfluss nehmen. Denn die Sprendlinger Altstadt verfügt laut Ott ohne Zweifel über erhaltenswerte Zeugnisse der Stadtgeschichte. Aus Sicht der Mitglieder ist es deshalb höchste Zeit, eine Gestaltungssatzung für die Altstadt zu erlassen. Denn die Häuserkulisse rund um den Lindenplatz ist weiter in Bewegung.

Zusammen mit Stadtverordneten des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Energie unternahm Wilhelm Ott jetzt einen Rundgang durch den Ortskern. Zuwachs erhielt die Gruppe von Erstem Stadtrat Martin Burlon, Silke Maier vom Kreis- Denkmalschutz und Carolin Wächter aus der Abteilung Stadtplanung im Dreieicher Rathaus. Bei dem Rundgang durch die Gassen ließ Ott keine Zweifel daran aufkommen, dass sich der Ortskern durch die jüngsten Neubauten aus Sicht der Freunde Sprendlingens nicht zum Guten verändert hat. Im Auge hat der Vorsitzende dabei vor allem ein Gebäude im Bauhausstil neben der Erasmus-Alberus-Kirche und ein weiteres Haus auf dem ehemaligen Gelände der Kirche. „Das sind gute Beispiele für Neubauten, die sich nicht einfügen, weil sie die typischen Altstadtelemente vermissen lassen“, beanstandet Ott. Besser gelungen sei die Eingliederung im Fall der Vogtei. Mit historischen Bildern veranschaulichte Ott, wie massiv sich die Altstadt an einigen Ecken bereits verändert hat.

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Bis dato steckt die hessische Bauordnung den Rahmen für Neubauten in der Altstadt ab. Darin sind Kriterien wie die Höhe und Anzahl der Stockwerke festgelegt, nicht aber die architektonische Gestaltung. Silke Maier ergänzte, dass es einen Ensembleschutz, wie ihn die Freunde Sprendlingens gerne hätten, eher selten gebe. Die entscheidenden Hebel können nur die Stadtverordneten in Bewegung setzen. „Ich denke, dass ich der Gruppe zeigen konnte, dass eine Satzung Sinn macht“, ist Ott zuversichtlich.

cor

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