Parlament entscheidet im Februar

Der Plan für die "Neue Mitte" steht

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Weniger wuchtig: Die oberen beiden Geschosse reichen nach der überarbeiteten Planung nicht mehr bis an die Hauptstraße heran. Welcher Lebensmittelkonzern den Markt betreiben wird, ist kein Geheimnis, auch wenn der Vertrag noch nicht unterschrieben ist. Die Computersimulation stammt von Architekt Markus Rathke.

Dreieich -  Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht, der Magistrat sein Okay gegeben, bleiben die Stadtverordneten, denen das letzte Wort zusteht. Eine Überraschung ist nicht zu erwarten, wenn das Parlament am 21. Februar über den Bebauungsplan „Neue Mitte“ entscheidet. Von Frank Mahn 

Das Ja zum Projekt, das die Sprendlinger Innenstadt stärken soll, ist sicher. Auch wenn sich die Gegner nichts sehnlicher gewünscht haben – aktuell deutet nichts auf ein Scheitern der Pläne hin, die von der Schoofs Immobilien GmbH als Investor und der Stadt seit 2013 vorangetrieben werden. Sie sehen auf dem Areal Hauptstraße 22-38a einen Supermarkt mit einer Fläche von maximal 1 500 Quadratmetern, 60 barrierefreie Mietwohnungen, Läden, Gastronomie und einen Quartiersplatz vor. Das alles mit dem Ziel, die Innenstadt attraktiver zu machen und Kunden anzulocken. Der Lebensmittelvollsortimenter als Magnet werde sich auch positiv auf die umliegenden Geschäfte auswirken, ist sich Erster Stadtrat Martin Burlon sicher.

Obwohl die Nachbarschaft das Vorhaben weiterhin kritisch beäugt, ist Burlon überzeugt, dass die Stadt die Interessen der Anwohner ausreichend berücksichtigt hat. Er erinnert an die Bürgerforen, bei denen die Teilnehmer sich in die Planung hätten einbringen können. Und man habe nach der ersten Offenlage auf mehrere Einwände reagiert, sagt der Erste Stadtrat. So hat der Architekt das vierte und fünfte Geschoss der beiden zur Hauptstraße hin ausgerichteten Häuser zurückgesetzt. Außerdem sei der Abstand der Bebauung zur Fünfhäusergasse hin vergrößert worden, was eine wesentliche Verbesserung für die Anwohner sei, ergänzt Fachbereichsleiter Martin Krauskopf.

Um nach einer Änderung der Rechtsprechung zur Bebauungsdichte auf Nummer sicher zu gehen, schloss sich im vergangenen Jahr eine weitere Offenlage des Plans an. Dabei gingen 16 Stellungnahmen ein, überwiegend von Bürgern aus dem unmittelbaren Umfeld. Die Verwaltung habe alles Punkt für Punkt abgearbeitet, aber inhaltlich habe es nichts Neues gegeben, sagt Burlon. Deswegen seien keine Nachbesserungen mehr notwendig gewesen. Die Einwände bezogen sich auf Immissionen, Einschränkungen der Lebensqualität, Verkehrszunahme in der Hauptstraße, Belästigungen und Beschädigungen durch die Baumaßnahmen, Luftqualität oder Verschattung.

Für Martin Burlon steht fest, dass die Planung viele Wünsche und Forderungen der vergangenen Jahre aufgreift. Sie beseitige den Leerstand an exponierter Stelle, schaffe Wohnraum und einen großen Supermarkt in zentraler Lage. Die Nachbarstadt Langen gehe ja einen ähnlichen Weg, so der Stadtrat. Für ihn liegt auf der Hand, dass bei solchen Projekten die Vorteile für die Innenstädte klar überwiegen.

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Damit liegt Burlon auf einer Linie mit Mohamed Younis. Der Geschäftsführer der Schoofs GmbH beweist bei der „Neuen Mitte“ einen langen Atem. Nun sieht es so aus, als ob er in Kürze loslegen kann. Der Kreis habe den Abrissantrag genehmigt, berichtet Younis. Der Bauantrag sei in der Prüfung. Der Geschäftsführer will die Bagger anrollen lassen, sobald der Kreis grünes Licht gegeben hat. „So um Ostern herum“, meint Younis, könnte der Startschuss für das Projekt fallen, dessen Kostenrahmen mittlerweile bei gut 27 Millionen Euro liegt. Dazu gehört die Abmachung, die Erschließung von Straßen und Kanälen zu bezahlen. Im Rathaus hat man sich viel vorgenommen. Bei der Umsetzung des Bebauungsplans „Neue Mitte“ allein soll es nicht bleiben. So ist vorgesehen, die Arbeiten am Bebauungsplan „Kernbereich Sprendlingen“ wieder aufzunehmen. In diesem Zusammenhang wird auch die verkehrliche Situation in der Innenstadt stärker unter die Lupe genommen, gleichzeitig sollen weitere Möglichkeiten zur Umsetzung des Einzelhandelskonzepts geprüft werden.

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