Belebung für die neue Ortsmitte

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Jens Wolfenstätter und Ursula Klein freuen sich schon auf die Fertigstellung des Neubaus in der Borngartenstraße. Die Apothekerin eröffnet dort eine Filiale, zudem zieht Dr. Ulrike Yücevardar ein.

Offenthal - Seit November tut sich in der Borngartenstraße etwas. Direkt neben der Volksbank entsteht ein neues Gebäude. Bislang hielt sich die Wolfenstätter Bau und Immobilien GmbH mit Informationen rund um das Bauprojekt zurück. Von Cora Werwitzke

„Die Vertragsabschlüsse mit Käufern und Mietern standen noch aus“, sagt Geschäftsführer Jens Wolfenstätter, der nun aber bestätigt, was in Offenthal bereits gemunkelt wurde: „Wir bauen im Zentrum ein kleines Ärztehaus. Dr. Ulrike Yücevardar und eine Filiale der Götzenhainer Adler-Apotheke werden dort noch in diesem Jahr einziehen.“

Das Gebäude der Volksbank baute Wolfenstätter bereits vor zehn Jahren. Schon damals spielte er mit dem Gedanken, auch das angrenzende Grundstück zu kaufen. „Das erwies sich als schwierig“, blickt Jens Wolfenstätter zurück, der selbst in Offenthal wohnt. Er vertagte die Idee, ein Ärztehaus zu errichten - aber nur für ein paar Jahre. Mehrere Faktoren kamen schließlich zusammen, dass das Projekt 2011 konkrete Züge annehmen konnte: „Dr. Yücevardar bekundete schon im Vorfeld Interesse und es zeichnete sich ab, dass die Inhaberin der Offenthal-Apotheke, Frau Petri, in Ruhestand gehen wird“, schildert Wolfenstätter. Er kaufte also das städtische Grundstück und stieß mit seinem Vorhaben im Rathaus auf Interesse. „Allen liegt etwas daran, dass die Versorgung in Offenthal gewährleistet bleibt“, verdeutlicht Wolfenstätter, der im vergangenen Sommer den Bauantrag einreichte und parallel mit Ursula Klein, Inhaberin der Götzenhainer Adler-Apotheke, ins Gespräch kam.

Milde Winter spielt Bauträger in die Karten

Der milde Winter spielt dem Bauträger bisher in die Karten. Wenn alles nach Plan läuft, soll das Ärztehaus Mitte des Jahres fertig werden. Optisch orientiert sich Wolfenstätter an dem Volksbank-Gebäude. So wird das Haus zwei Voll- und zwei Dachgeschosse aufweisen. Durch bodentiefe Schaufenster können Passanten dann in den hellen Verkaufsraum der Apotheke schauen. Im ersten Obergeschoss öffnet die Praxis von Dr. Yücevardar wahrscheinlich ab Ende September ihre Pforten. Zudem entstehen unter dem Dach drei Wohneinheiten - „allesamt bereits verkauft“, so Wolfenstätter. Es entstehen 250 Quadratmeter Wohn- und 230 Quadratmeter Gewerbefläche sowie acht Ärztehaus-Parkplätze und sechs Garagen für die Bewohner. Die Investitionssumme für das Gebäude beläuft sich auf 1,35 Millionen Euro. „Wir statten das Gebäude hochwertig aus“, sagt Jens Wolfenstätter - „es wird einen barrierefreien Zugang und einen Aufzug geben.“ Geheizt werde mit Erdwärme, so der Architekt: „Damit können wir die laufenden Kosten langfristig niedrig halten. Die Umlagen sollen nicht ins Uferlose schießen.“

Profitieren wird davon unter anderem Ursula Klein. „Voraussichtlich im Juli öffnen wir die Zweigstelle in Offenthal“, kündigt die Inhaberin der Adler-Apotheke an. „Viele Offenthaler kommen schon jetzt nach Götzenhain, sie liegen uns am Herzen.“ Konkurrenz wollte sie jedoch nicht sein, sagt Ursula Klein. „Die Absprache mit Frau Petri von der Offenthal-Apotheke war uns deshalb wichtig.“ Lukrativ ist laut der Inhaberin sowohl die Nähe zur Ärztin im Obergeschoss als auch die Lage in der neuen Ortsmitte.

„Natürlich hoffen wir, dass das Zentrum so attraktiv bleibt“

„Natürlich hoffen wir, dass das Zentrum so attraktiv bleibt“, sagt Klein und bezieht sich damit auf die Zukunft des Rewe-Markts. Der Mietvertrag läuft Ende 2013 aus, Rewe spekuliert auf einen Standort an der Umgehungsstraße. Der Ausgang ist ungewiss. „In unserer eigenen Standortanalyse spielt ein Supermarkt schon eine wichtige Rolle“, sagt Ursula Klein. Man werde sehen, was die Zukunft bringt. Zunächst liegt der Fokus ohnehin auf den kommenden Monaten: „Ich suche fachliche Verstärkung - Apotheker und PTAs“, kündigt Klein an, die im Götzenhainer Haupthaus sechs feste Mitarbeiter und zwei Personen im Botendienst beschäftigt. Die Leitung der Filiale werde Spomenka Meierhoff übernehmen, die in Offenthal wohnt.

Und wie sieht’s mit dem Namen der neuen Apotheke aus? Ursula Klein und Jens Wolfenstätter werfen sich einen Blick zu. „Ich denke, wir können es schon verraten“, sagt der Architekt schmunzelnd. „Die Wahl ist auf Born-Apotheke gefallen.“ Das Wort sei eine alte Bezeichnung für Brunnen, sagt Wolfenstätter und ergänzt: „Einerseits ist dadurch die Verbindung zum Straßennamen geschaffen, andererseits steht neben dem neuen Gebäude ja auch tatsächlich ein alter Brunnen.“

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