Weitere Auflage geplant

250 Besucher rocken beim Owwedäler Musik-Festival

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Die Band Roots 65 mit dem Dreieicher Claus Feller fand bei den Offenthaler Jam-Sessions zusammen. Sie spielt Songs der Sechziger.

Offenthal - Das war ein gelungener Auftakt: Das Interesse am ersten Owwedäler Musik-Festival hat die Erwartungen des Kulturvereins Dreieich übertroffen. Etwa 250 Besucher feierten auf dem FCO-Gelände mit vier Bands aus der Region. Von Enrico Sauda 

„Zimmner Blut is koa Buttermilch“ erschallt auf dem Platz vor dem Vereinsheim des FC Offenthal. Ein Großteil der gut 250 Zuhörer klatscht mit oder wippt mit dem Fuß zum Takt. Otto, Otto und die Buwe aus Großzimmern stehen auf der Bühne des ersten Owwedäler Musik-Festivals, das der Kulturverein Dreieich auf die Beine gestellt hat. Sie sind die vorletzte von insgesamt vier Bands und das Publikum hat noch lange nicht genug. Auch wenn plötzlich ein Mann zu Arnold Holz, Chef des Kulturvereins, eilt und fragt, ob der Verein das Champions-League-Finale zeigen würde.

Viele Gäste würden sich auf den Heimweg machen, wenn nicht. Doch ein Blick genügt, um zu sehen, dass von einer Massenabwanderung nichts zu bemerken ist. Das freut Holz. „Mit so einem großen Andrang haben wir nicht gerechnet“, sagt er. Wie immer kommt es auf die Mischung an: In diesem Fall das herrliche Sommerwetter gepaart mit einer Band-Auswahl, die beim Publikum gut ankommt. Neben Otto, Otto und die Buwe spielen an diesem Abend Die Hengstbach Jazz Crew aus Sprendlingen, Roots 65 aus Frankfurt und Sprendlingen sowie Bachgass Revival aus Offenthal auf.

Im Publikum wurde tüchtig mitgeklatscht. Von dem großen Besucherandrang auf dem Gelände des FC Offenthal war der veranstaltende Kulturverein Dreieich freudig überrascht.  

Jede Gruppe liefert fast zwei Stunden lang Jazz, Rock, hessische Mundart oder Pop ab. „Das sind Bands, die wir von unseren Jam-Sessions her kennen und schätzen“, erklärt Holz. Der Verein veranstaltet seit vielen Jahren die Jam-Sessions im Vereinsheim des FC Offenthal. Immer am ersten Mittwoch im Monat kann vorbeikommen, wer mag, und dort mit anderen musizieren. Eine Band, ein sogenannter „Special Guest“, bildet den Rahmen und spielt zweimal ein Set à vier Lieder. Davor, dazwischen und danach ist offene Bühne für jedermann angesagt. Im Januar entstand die Idee, aus den Jam-Sessions heraus ein Festival zu schaffen.

Um das erste Owwedäler Musik-Festival auf die Beine zu stellen, „waren schon einige Sitzungen nötig im Verein“, weiß Arnold Holz. „Allein die Planung, wann was passiert, was es zu beachten gilt, wer wann Dienst hat – es hat Wochen gedauert, bis das Konzept stand“, erinnert sich der Vereinsvorsitzende. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat. Dass es nicht vorher schon ein solches Festival gab liege daran, dass der Verein personell zu schwach besetzt war, um es zu stemmen.

Bilder: Dorfbrunnenfest in Götzenhain

Das habe sich aber geändert. „Wir sind jetzt auch von der Altersstruktur her in der Lage, eigenständige Veranstaltungen zu organisieren“, erklärt Holz. Die Auffrischung sei auch auf den Offenthaler Weihnachtsmarkt zurückzuführen, den der Kulturverein veranstaltet, und dessen Strahlkraft so groß war, dass er dem Verein neue Mitglieder bescherte. So kam es, dass Holz 24 Helfer zur Verfügung hatte, die in drei Schichten zupackten. „Mit dem Erlös finanzieren wir Reparaturen und schauen, was an Instrumenten und Technik nötig ist“, erklärt er. Nach dem Erfolg der ersten Ausgabe des Owwedäler Musik-Festivals träumt der Vereinschef schon von der zweiten Edition. Warum auch nicht? „Wir haben das schon vor. Der Rahmen soll so bleiben. Nicht größer“, betont er aber. Das Festival soll jeweils in den Jahren auf die Beine gestellt werden, in denen kein Gemaa-Fest gefeiert wird.

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