Leichte Zunahme bei den Fällen im vergangenen Jahr

Betrugsserie trübt Kriminalstatistik

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Dreieich - Nach einem Rückgang in den vergangenen Jahren weist die Dreieicher Kriminalstatistik für 2017 wieder eine leichte Steigerung auf. Von Holger Klemm 

Dafür ist die Aufklärungsquote auf 53,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit der Bildung des Polizeipräsidiums Südosthessen gestiegen. Trotz der Steigerung um 6,8 Prozent von 1724 auf 1861 erfasste Fälle zeigt sich Erster Kriminalhauptkommissar Peter Keller, Leiter der Ermittlungsgruppe West in Dreieich, insgesamt zufrieden; nicht zuletzt wegen der hohen Aufklärungsquote. Und der Anstieg lässt sich seinen Angaben nach vor allem auf zwei Dinge zurückführen. So gab es eine Betrugsserie im Internet mit 50 Fällen, bei dem nicht vorhandene Konzertkarten über E-Bay bundesweit angeboten wurden. Da der Täter von Dreieich aus agierte, schlägt sich sein Tun in der Statistik nieder.

Zweiter Punkt ist ein Plus bei den Rauschgiftdelikten um 63 auf 191 Fälle. „Das klingt auf den ersten Blick dramatisch“, so der Hauptkommissar. Allerdings habe es verstärkte Kontrollen durch die Polizei gegeben. Keller verweist da auf die gute Zusammenarbeit mit den Schulen und Jugendzentren. Gebe es Hinweise auf Rauschgiftkonsum, reagiere die Polizei sofort. Beamte gehen bei Bedarf auch in Klassen, um dort über die Folgen von Drogenkonsum zu informieren.

Ein leichtes Plus von 79 auf 84 hat es bei den Diebstählen in und aus Wohnungen gegeben, darunter 31 Tageswohnungseinbrüche (2016: 43) gegeben. Und Keller macht in diesem Zusammenhang auf eine Zahl aufmerksam: Von den 84 Fällen seien 41 abgebrochen worden. Der Kriminalhauptkommissar führt dies nicht zuletzt auf die erfolgreiche Präventionsarbeit zurück und richtet zugleich ein Lob an die Bürger. Der Appell, das eigene Hab und Gut zu schützen und dabei auf die Unterstützung vonseiten der Polizei beispielsweise durch den Polizeiladen in Offenbach zurückzugreifen, fruchte zunehmend. Denn die Erfahrung zeige, dass Einbrecher von ihrem Tun ablassen, wenn sie bei Türen und Fenstern auf Widerstand stoßen.

Keller würde sich wünschen, dass die Prävention auch bei Diebstählen von Rädern (von 131 auf 144) oder aus Autos (von 35 auf 55) mehr greift. „Man kann sich kein teures Fahrrad kaufen und dann bei den Schlössern sparen“, meint er. Auch die Codieraktionen des ADFC, mit dem die Polizei zusammenarbeitet, sei ein Beitrag zum Schutz des eigenen Zweirads. Bei Diebstählen aus Autos bedauert Keller, dass viele ihre Wertsachen offen im Innern liegen lassen. „Für die Täter wirkt das dann so wie ein Schaufensterbummel.“ Eine Zunahme gab es bei den Autodiebstählen von 25 auf 30. „Das beschäftigt uns“, gibt Keller zu. Die Polizei versuche mit Priorität, dem Einhalt zu gebieten. Die günstige Lage von Dreieich komme den Dieben aber leider entgegen.

Zehn kuriose Kriminalfälle 2017 in Hessen

Im Gegensatz zum bundesweiten Trend gab es bei der Gewaltkriminalität einen Rückgang (45 auf 36 Fälle). Beim Raub auf Straßen und öffentlichen Plätzen schlägt dagegen ein Anstieg von einem auf sechs Fälle zu Buche. Doch auch da ist laut Keller zu differenzieren. Ein Delikt stammte noch aus dem Vorjahr, das erst 2017 in die Statistik einfloss. Zweimal handelte es sich um eine Beziehungstat, bei der Täter und Opfer sich kannten. In einem Fall handelte es sich um Streitigkeiten um ein Auto, zweimal war es der klassische Raub.

Insgesamt bewege sich die Zahl der Fälle in Dreieich im 1 800er Bereich (2016 sogar darunter) und damit auf dem Niveau der Vorjahre. Davor sei sie deutlich höher gewesen. „Doch natürlich ist jeder Fall einer zu viel“, betont Keller. Weiter vorangetrieben werden soll die Prävention. Er verweist auf den schon erwähnten Polizeiladen, der bei Bedarf auch eine kostenlose Beratung der Bürger zuhause anbietet.

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