Peter Kossytorz wertet mit seinem Naturwarenzentrum die Innenstadt auf

Biomarkt als Magnet für Neue Mitte

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Haben große Pläne: Peter Kossytorz und seine Tochter Alba ziehen vermutlich 2021 mit dem Naturwarenzentrum in die Neue Mitte. 

Der Schlüssel zur Lösung lag vor der Haustür: Die Schoofs Immobilien GmbH, Investor und Projektentwickler der Neuen Mitte in Sprendlingen, ist auf der Suche nach einem Ankermieter fündig geworden. 

Dreieich – Das Naturwarenzentrum Dreieich, seit 1996 in der Fichtestraße beheimatet, wird als Nahversorger in das sogenannte 5-Häuser-Quartier ziehen. „Wir sind sehr froh, dass wir so schnell eine alternative Lösung finden konnten, nachdem Rewe angekündigt hat, den Standort doch nicht wie geplant bespielen zu wollen“, sagt Schoofs-Geschäftsführer Mohamed Younis. Er ist zudem in Verhandlungen mit einer Drogeriekette und Bäckereien.

Auf 730 Quadratmetern wird der Bio-Vollsortimenter seine Waren anbieten, hinzu kommt eine Lagerfläche von 150 Quadratmetern. „Der Schwerpunkt unseres Sortiments wird nach wie vor auf den Frische-Bedientheken für Fleisch und Käse liegen. Insgesamt werden wir mehr als 8 000 verschiedene Artikel in den Regalen haben“, kündigt der Inhaber und Geschäftsführer der Naturwarenzentrum Dreieich GmbH, Peter Kossytorz, an. „Möglich wird das dank der engen Zusammenarbeit mit einem Bio-Großhandel und Lieferanten aus der Region.“ Viele Lebensmittel werden auch unverpackt zu haben sein.

„Der aktuelle ist doch arg in die Jahre gekommen“

Für den 61-Jährigen ist der Wechsel in die Neue Mitte ein Glücksfall. Er sei schon lange auf der Suche nach einem Standort mit mehr Fläche gewesen, sagt Kossytorz, der von vielen nur „Kosy“ genannt wird. „Der aktuelle ist doch arg in die Jahre gekommen und müsste grundsaniert werden.“ Da kam die Anfrage von Schoofs gerade recht. Der Unternehmer freut sich auf einen komplett neuen Markt in zentraler Lage mit einer langfristigen Perspektive. „Ich kann damit auch meiner Tochter Alba eine planungssichere Zukunft schaffen, die vor eineinhalb Jahren in das Geschäft eingestiegen ist.“ Die 30-Jährige soll die Geschäftsführung übernehmen, wenn der Papa sich zurückzieht.

Das wird noch ein paar Jahre dauern, Peter Kossytorz ist voller Tatendrang. Er plant, in den Bio-Supermarkt ein Bistro zu integrieren und will dort unter anderem einen Mittagstisch anbieten. Dabei spielt natürlich auch die innerstädtische Lage eine entscheidende Rolle. Das Geschäft in der Fichtestraße lebt überwiegend von der Stammkundschaft. In der Innenstadt ist reichlich Laufkundschaft unterwegs. Die Öffnungszeiten will Kossytorz deutlich ausweiten.

Der Umzug führt sozusagen zurück zu den geografischen Wurzeln. In den 80er Jahren eröffnete der frühere Justizbeamte seinen Laden in der Hauptstraße – schräg gegenüber des künftigen Standorts. Die Zahl der Käufer wuchs stetig, die bescheidenen 80 Quadratmeter wurden zu klein. 1996 ging es in die Fichtestraße, ein paar Jahre später nutzte Kossytorz die Gelegenheit zur Erweiterung auf die heutigen knapp 500 Quadratmeter. In zwei Jahren will der Geschäftsmann mit seinem Team Eröffnung im 5-Häuser-Quartier feiern.

Dort geht es ja bekanntlich nicht eben zügig voran. Noch immer steht das Gebäude in vorderster Front, das dem Bauvorhaben im Weg ist und in dem eine Pizzeria und ein Tedi untergebracht sind. Im hinteren Teil des etwa 7 000 Quadratmeter großen Areals hätten die Erdarbeiten aber längst begonnen, so die Schoofs GmbH. Durch die enge Lage zu den umliegenden Straßen und den benachbarten Grundstücken muss die Grube für die Tiefgarage verbaut, also speziell gesichert werden. Die Fertigstellung der Neuen Mitte mit Einzelhandel, Gastronomie und 60 Mietwohnungen ist laut Investor für das Frühjahr 2021 geplant.

VON FRANK MAHN

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